Hauptstadtkater

4. Februar 2026

Crazy Day – Von zerfetzten Katern, Füßen und Rechtsextremisten

Was für ein crazy day. Heute mal wieder. Denke ich so – gechillt auf dem Fensterbrett liegend. Denn: In Thüringen wird der Rechtsradikale Höcke fast Ministerpräsident. US-Präsident Trump will in den Garten des Weißen Hauses eine Kolumbus-Statue stellen. Im Glätte geplagten Berlin darf trotz Aufhebung des Streusalzverbots doch nicht gestreut werden. Und: Meine Bruna träumt im entfernten Österreich Alpträume. Von mir. Mit mir. Über mich. Als Zerfetzten. 

Für die im Koppe nicht ganz so Flotten – hier die ausführlichere Version meiner Andeutungen: Weil Thüringens CDU-Ministerpräsidenten der Doktortitel aberkannt wurde, stellte AfD’ler Höcke einen Misstrauensantrag. Er erreichte heute zwar die für die Abwahl nötige Mehrheit nicht. Aber er bekam eine Stimme mehr als seine Fraktion Leute hat. Und ich denke so: Das ist keine Dystopie. Sondern Gegenwart. Dass man befürchten muss, dass Rechtsextreme ein Bundesland regieren.

Nun, in den USA ist es schon so weit, da regiert die rechtsextreme Trump-Regierung das mächtigste Land der Welt. Jetzt will Trump im Garten des Weißen Hauses eine Kolumbus-Statue aufstellen. Und ich naiv Unwissender so: Why not? Ist doch ein netter Entdecker. Der empörte Aufschrei aller Antirassisten lässt mich verstummen. Denn Kolumbus triggert sie. Er gilt ihnen als Wegbereiter für Kolonialisierung und Töten von Ureinwohnern.

Während Trump sich als Verteidigers des Mannes sieht, der 1492 Amerika entdeckt hatte. Und ich denke so: Armer Kolumbus. Wenn der wüsste, wem alles er da so als Projektionsfläche dient. Wenn er es geahnt hätte, dann wäre er wohl ins menschenleere Grönland – he, he – gesegelt. Oder wäre Zuhause geblieben. 

Wie das derzeit auch viele Menschen in Berlin machen. Machen müssen, weil sie sich wegen des fetten Eises vor ihren Wohnungstüren nicht raus wagen. Mittlerweile seit Wochen. Es könnte noch länger dauern. Denn der Naturschutzbund legte sein Veto gegen die Entscheidung des Senats ein, das umweltschädliche Salz wieder streuen zu dürfen – und bekam vom Gericht recht. So bleibt es glatt in meiner Hauptstadt. Aber die Bäume leben. Und ich denke so: Leute: Ohne Baum, kein Mensch. Also, denkt mal nach.

Was sie natürlich nicht tun. Sondern durch die entwaldeten Berge curven. Also, meine Leute jedenfalls. Meine Bruna klagt, sie spüre die rechte Hälfte ihres rechten Fußes wegen des engen Skischuhs nicht mehr – taub. Auch die anderen jammern über Schmerzen. Und fahren trotzdem weiter. Heute 112 Kilometer. Und leiden. Und leiden. Obwohl sie auch hier sein könnten. Zuhause. Bei mir. Im glatten Berlin. Aber schmerzbefreit. Auf dem warmen Fensterbrett. Chillen und genießen. 

So aber bleibt meiner Bruna im fernen Österreich nur. Von mir zu träumen. Wie vergangene Nacht. Ein Fuchs sei in mein Revier gekommen. Erzählt meine Bruna. Habe mich gesehen. Und gepackt. Bis mein weißes Fell rot getränkt gewesen sei. Die Attacke auf mich sei aber nur ein Ablenkungsmanöver gewesen. Der Fuchs-Besitzer – gibt es so etwas? – nun, auch der sei in die Wohnung gekommen. Habe den Laptop mit meinen Gedankenfetzen geklaut – und veröffentlicht.

Und ich denke so. Soll der Fuchsmensch es doch machen. Ich gebe gerne. Auch Füchsen. Sagt der generöse und unzerfetzte  Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Lacht doch mal wieder. Über die Vielfalt des menschliche Unsinns. Oder Sinns. Auf jeden Fall aber: Chillt, Leute. 

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