Hauptstadtkater

6. Februar 2026

Wir wollen nur spielen und Zweifel an Trumps Verfasstheit

Lebewesen haben Bedürfnisse. Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere – und damit auch wir Kater. Und Katzen. Es geht nicht nur ums Futtern, nein – wir spielen auch gerne. Aber eben nicht immer nur dann, wenn unsere Leute das wollen. Sondern auch dann, wann wir es wollen. Es also intrensisch motiviert ist.

Vergangene Nacht beispielsweise wollte Coco. Begehrte gegen 3.32 Uhr sanft an der Tür von Lauras Schlafzimmer kratzend Einlass. Der ihr gewehrt wurde. Und mir gleich mit. Nun, Coco begann mit Lauras Locken zu spielen. Dann mit ihrer Bettdecke. Den darunter verborgenen Händen. Den Füßen. Und flog prompt aus dem Zimmer. Really: Ich schwöre: Sie flog. Befördert durch die sonst so sanfte Laura. Und ich dachte so, während ich mich auf dem leeren Kopfkissen einkuschelte: War Laura da wirklich ganz bei sich?

US-Präsident Trump scheint nie ganz bei sich zu sein. Heute veröffentlichte er auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social ein Video, in dem er seinen Vorgänger Obama und dessen Frau in einem KI-generierten Video als Affen zeigt. In dem Video geht es um die Verschwörungserzählung, nach der Trump die Wahl 2020 gar nicht gegen seinen Konkurrenten Biden verloren habe.

Natürlich all über all große Empörung ob des rassistischen Videos. Das Weiße Haus schaltet sofort auf Angriff, die Medien sollten die gespielte Aufregung mal sein lassen und sich den wirklichen Problemen zuwenden. Aber dann, kurze Zeit später, ist das Video doch gelöscht.

Und noch eine weirde Trump-Story, die heute bekannt wurde: Er drohte demokratisch regierten Bundesstaaten an, Geld für Infrastruktur-Projekte nur dann freizugeben, wenn ein wichtiger Flughafen in Washington und ein Bahnhof in New York nach ihm benannt würden. Die Demokraten wiesen das Ansinnen zurück. Und klagen nun auf Freigabe der Bundesmittel.

Und ich denke so, während Laura nun mich stöhnend und genervt von ihrem Kissen schiebt: Trump kann really nicht ganz bei sich sein. Das haben auch schon andere bemerkt: Vor wenigen Tagen hatte ein als Trump-Fan geltender Politiker, der slowakische Ministerpräsident Fico, sich nach einem Treffen mit dem US-Präsidenten entsetzt über dessen geistigen Zustand gezeigt. Ihm bereite die psychische Verfasstheit Trumps Sorgen. Der sei nicht ganz bei sich gewesen. Sag ich doch!

Gefahr! Bedürfnisse! Bei sich sein: Und ich frage mich so – was ist eigentlich mit meinen in Österreich weilenden Leuten los? Die lieben ja auch die Gefahr. Den Nervenkitzel. Beschreiben das als eine Art Grundbedürfnis. Und scheinen nicht ganz bei sich zu sein, wenn sie mit 96 km/h steile Berge runter rasen. 421 Kilometer Strecke in sechs Tagen fahren. Durch sulzigen, angetauten Schnee bei plus sechs Grad. Reden sie davon, im Flow zu sein. In felix Austria.

Während hier in Berlin der Boden weiter tiefgefroren ist. Auf den Fußwegen. Sich täglich Dutzende Menschen ausrutschend verletzen. Mir das aber wumpe ist. In meinem Revier. Mit Coco unter mir. Die nun frisst. Weil niemand mit ihr spielt. Sagt der labile Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid ganz bei euch. Spürt euch. Und vor allem: Chillt, Leute! 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert