Diesel bewegt in Zeiten des Iran-Kriegs

Diesel bewegt. Autos. Menschen. Und Coco. Die schlüpft in die auf dem Boden liegende Papiertüte. Und ich mutmaße mal so, dass das nicht an deren Aufschrift liegt: „Diesel“. Sondern weil die so cool raschelt. Und vielleicht auch deswegen – so denke ich mal – weil das Innere einer Tüte im Chillzustand den Blick freigeben kann auf Metaebenen. Wie beispielsweise das Verhältnis von Mensch und Kater. Oder Diesel und Preis. Oder so.
Nun, Diesel, der mittlerweile wegen seiner Ökobilanz verpönte Treibstoff. Wird derzeit eben doch noch gebraucht. Für den Antrieb. Von Fahrzeugen. Dem Lieblingsgerät vieler Menschen. Und wenn da der Preis pro Liter um 30 Prozent in einer Woche auf mehr als zwei Euro steigt, macht das vielen nicht nur schlechte Laune, sondern einige können es sich nicht mehr leisten. Zu fahren.

Warum die Preise so hoch sind? Das liege am Iran-Krieg und dem dadurch massiv eingeschränkten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus. Sagen die Ölkonzerne. Dadurch stiegen die Preise massiv. Abzocke. Behaupten viele Verbraucher und Politiker. Und ich bewundere Coco. In der Diesel-Tüte. Welch Symbolik. Die sie wahrscheinlich gar nicht durchhaut. Denke ich so. Bedauernd. Ob ihrer Einfalt.
Während Coco raschelt und miaut, höre ich ranghohe Politiker, die die Sprit-Preiserhöhung als Sauerei beschimpfen. Und das Kartellamt zum Eingreifen auffordern. Das allerdings will sich nicht instrumentalisieren lassen. Es gebe kein Instrumentarium, um geopolitisch getriebene Preissteigerungen auf Knopfdruck zu verhindern, lassen die Kartellwächter verlauten.

Und auch Ökonomen meinen, erhoben werde der Preis, der erzielt werden müsse, um den deutlich teurer gewordenen Sprit einzukaufen. Tankrabatte seien kontraproduktiv. Wenn der Sprit auf den Märkten teurer eingekauft werden müsse, müssten die Verbraucher ein Signal erhalten – und eben weniger verbrauchen. Rabatte dagegen seien ökonomisch und ökologisch bedenklich.
Und ich denke so: Boah, sind aber doch auch dekadente Großkotze, die offenbar noch nie rechnen mussten, wie viel Geld ihnen am Ende des Monats noch zur Verfügung steht.

Nun, zuletzt sollen die Spritpreise 2022 bei mehr als 2 Euro pro Liter gelegen haben – wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und den damit verbundenen Folgen für die Energieversorgung. Damals senkte der Staat tatsächlich die Steuern auf Diesel und Super für drei Monate deutlich – damals war der Anstieg allerdings auch um einiges höher,.
Die Dieseltüte mit Coco raschelt. Und bewegt sich tatsächlich. Läuft. Bis Felix aufschreit. Meint, seine neue Jeans sei noch in dieser Tüte. Er stoppt die Tüte. Und Coco. Indem er Leckerli holt. Und sie sich bestechen lässt. Herausschlüpft. Und Felix seine Jeans aus der Dieseltüte holen kann.

Während Coco die Leckerli genießt. Ich nicht. Ich frage mich so: Ob Coco doch eine Metaebene hatte, die ich nicht sah. Denn: Wen interessieren schon der Spritpreise? Wenn es um Leckerli geht. Sagt der bewegte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Trinkt Diesel. Und chillt, Leute!
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