Unwiderstehliche verbotene Orte und beleidigte Leberwürste

Verbotene Orte. Sind besonders spannend. Und wenn sie dann noch eng, warm, dunkel, kuschelig, muffig und versteckt sind – sind sie unwiderstehlich. Für mich. Wie der Apfel für Eva – you know? Die Bibelstory mit Adam, ihr und der Vertreibung aus dem Paradies. Die vertrieben wurden, weil eben das Weib nicht der Versuchung, einen verbotenen Apfel zu kosten, widerstehen konnte. Was ich allerdings gut nachvollziehen kann.
Auch ich kann plötzlich wie Eva ganz weibisch werden. Versuchung nicht widerstehen. Wenn ich mein – verbotenes – Paradies sehe. Ein Regal. Besser: ein mit Lappen und Tüten vollgestopftes Loch in der Küchenzeile meiner Leute. In das ich reinkriechen kann, wenn ich es zuvor ausgeräumt habe.

Wo sich dann eine Art Gang erstreckt. Und ich plötzlich hinter dem Herd sitze. Liege. Vorbeirolle. Oder hinter dem Mülleimer. Und dann – wenn ich mich gedreht habe – Blick habe auf die Hauptversammlung meiner Leute. In der Küche. Ich kann sie sehen – sie mich nicht. Sie goutieren meinen Ort nicht. Verjagen mich derb. Immerhin: Das Ortsverbot gilt auch für Coco. Die diesen Ort liebt. Wie ich.
Nun, die große Frage ist: Sind meine heute einführenden Worte beleidigend? Degradierend? Chauvinistisch? Gegenüber Frauen. Die ich – zugegeben – herabwürdigend als Weiber bezeichne. Und sie dann auch noch gleichsetze mit „Versuchung nicht widerstehen“ könnend? Ich würde eine Beleidigung in diesem Fall verneinen.


Weil ich es zum einen ironisch meine. Naturally. Zum anderen provozieren will. Naturally. Und zum Dritten: Allen klar sein müsste, dass ich ein großer Fan der Weiber bin: Großartig, meine Bruna, meine Nuria, meine Laura. Und sogar meine Coco. Sometimes. Dagegen gilt meine Verachtung Männern, besser Männchen: Trump, Putin, ja, auch Felix. Diego – nun ja – neutral.
Ob meine Worte ausreichen, mich zu verurteilen? Wegen Beleidigung? Don’t know. Weiß nur: Man muss eben aufpassen, was man so raushaut. Weil man damit rechnen muss, andere könnten es missverstehen. Andere könnte es gar verletzen. Und das, das will ich naturally nicht.



Kürzlich hat ein Rentner in der baden-württembergischen Stadt Heilbronn Bundeskanzler Merz als Pinocchio bezeichnet. Die Polizei ermittelte gegen ihn wegen Beleidigung einer Person des politischen Lebens. Auch, weil er daneben noch ein Emoji gesetzt hatte – das mit der langen Nase. Nun, die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen jetzt ein. Das sei noch zulässige Machtkritik, heißt es zur Begründung.
Aber immerhin 250.000 Mal wird mittlerweile in diesem Land wegen Beleidigung ermittelt. Also Obacht, was man sagt. Und ich denke so: Wer im Fokus steht, der sollte nicht gleich beleidigte Leberwurst sein. Selbst wenn er oder sie Veganer ist. Denn was sollte die solcherart herabgewürdigte Leberwurst denken?


Zu viel Empfindlichkeit kann Kommunikation töten. Zu viel Beleidigung allerdings auch. Problemo, Dilemma sogar. Denke ich so. Und hasse es. Dass Coco wieder mein verbotenes Paradies okkupiert. Das Küchenregal. „Weib. Hau ab.“ Sagt der emanzipierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid tolerant. Und chillt, Leute!
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