Hauptstadtkater

25. September 2025

Über Mafia-Kater und ein krasses US-Comeback

Auch ich kann Mafia. Capice? Subtiler Terror. Liegt mir. Beispiel gefällig: Ich bekomme Würstchen. Von meiner Bruna. Coco bekommt Würstchen. Von MEINER Bruna. Ich bin fertig, als Coco ihres ins feine Schnäuzchen nimmt. Und ich laufe sodann mit wippendem Gang und ausgefahrenen Schulterblättern auf sie zu. Baue mich vor ihr auf.

Starre sie an: Und sie checkt sofort, was ich meine: „Kleines, du weißt, dein Würstchen ist meins. Du weißt, was passiert, wenn du nicht parierst.“ Und Coco: Lässt das Würstchen fallen. Zieht den Schwanz ein. Und dampft ab.

Nun, Mafia ist weder auf mich noch auf Kino oder Italien beschränkt. Und: Naturally gibt es Mafia  noch immer, in der Realität, auch in den USA. Mit dem Präsidenten an der Spitze. Der hat die Medienaufsicht seines Landes mit einem Getreuen besetzt. Der darauf achten soll, dass nur noch Trump-genehme Sendungen ausgestrahlt werden.

Dieser Behördenaufsichtschef namens Brendan Carr war im Land der Meinungs- und Pressefreiheit so frei, in einem rechten Podcast unverhohlen mit Blick auf missliebige Sendungen – wie den Late-Night-Talk von Jimmy Kimmel –  zu drohen: „Wir können den einfachen oder den schwierigen Weg gehen.“

Kimmel – den hatte Trump schon zuvor gehasst. Das Fass zum Überlaufen brachten vor gut einer Woche Kimmels wenig sensiblen Aussagen zum Tod des rechten Aktivisten Charlie Kirk. Und Trumps Reaktion: Wut. Ohne Ende. Und Rachegedanken. Die sein Getreuer Carr umsetzte – mit der mehr oder weniger subtilen Drohung eines Lizenzentzuges für nicht spurende Sender.  

Der Sender ABC, der die Kimmel-Show ausstrahlt, reagierte sofort. Und setzte die Show ab. Was wiederum einen großen Aufschrei nach sich zog – nicht nur bei Demokraten, auch bei Republikanern und Medienschaffenden. Und jetzt, eine Woche später, ist Kimmel back bei ABC. Entschuldigt sich. Ein wenig.

Und unterhält sich mit dem Schauspieler Robert de Niro, der in den 70er Jahren in dem legendären Film „The Godfather, Teil zwei“ – oder: „Der Pate“ – einen Mafiaboss spielte. And – you know? Im ersten Teil hatte ein Kater wie ich auf dem Schoss des von Marlon Brando gespielten Mafiabosses gethront – ein ikonisches Bild, capice?

Nun, de Niro parodiert in der Kimmel-Sendung den Behördenchef und sagt: „Die Rede ist jetzt nicht mehr frei, Sie müssen dafür pro Wort bezahlen.“ Und Kimmel: „Für mich sieht es so aus, als ob die Kommission Gangster-Methoden nutzt, um freie Rede zu unterdrücken.“

Nice! Denke ich so. Felix zwingt mich auf seinen Schoß. Und ich schnurre dann doch. Weil US-Präsident Trump nach der Sendung tobt. Und behauptet, der Sender verbreite zu 99 Prozent demokratischen Müll. So nice. Funktioniert also doch noch. Die Meinungsfreiheit. Chill. Capice?

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