Wehrt euch und Trumps bizarrer Brief an Norwegen

Ich hasse es, ständig auf den Arm genommen zu werden. Also so richtig, physisch. Jeder, der an mir vorbeigeht, scheint diesen Reflex zu haben. Und ich so: Erdulde es, weil ich denke – das macht sie – meine Leute – glücklich. Das entspannt sie. Das erwarten sie von ihrem Kater.
Aber: Ich spüre das wachsende Unwohlsein in mir – ob dieser Fremdbestimmung. Merke, wie sehr mich der Dreck ihrer Hände in meinem Fell abturnt. Fühle Depression. Lasse ein leises Fauchen heraus, als meine Bruna mich mal wieder emporhebt. Und sehe dann voller Erstaunen: Den Augenaufschlag meiner Bruna. Ihren Respekt. Ihre Wertschätzung. Für mich. Und ich so: Glücksflash. Aus der Erfahrung: Wehren, um zu überleben. Und ernst genommen zu werden.

Europas Politiker haben sich bislang ziemlich viel von US-Präsident Trump gefallen lassen. Zollerhöhungen, Einmischen in nationale Wahlkämpfe, völkerrechtswidriges Verhalten. Weil sie unbedingt verhindern wollten, in die Missgunst des mächtigsten Manns der Welt zu fallen. Und damit womöglich seinen Schutz zu verlieren.
Aber: Die Taktik fruchtet offenbar nicht. Denke ich so. Und trete meine Bruna. Denn ich ärgere mich. Und sehe: Trumps Verhalten wird immer erratischer, immer dreister. Und dann verhöhnt er die Europäer auch noch als schwach.

Nun hat der offensichtlich kranke Narzisst Trump einen Brief an den norwegischen Ministerpräsidenten Störe geschickt, eine Kopie davon an weitere europäische Staatenlenker. Wieder geht es um Grönland – und den Friedensnobelpreis. „In Anbetracht dessen, dass ihr Land beschlossen hat, mir den Nobelpreis nicht zu verleihen, obwohl ich acht Kriege beendet habe, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, an Frieden zu denken, obwohl der immer im Vordergrund stehen wird. Ich kann mich nun darauf konzentrieren, was gut und richtig für die Vereinigten Staaten für Amerika ist“, schreibt Trump – und weiter: Die Dänen jedenfalls könnten Grönland nicht vor Russland und China schützen. Es gebe auch keine Dokumente, die die dänische Souveränität über die arktischen Insel belegten. Er habe viel für die Nato getan – nun solle die auch mal was für ihn tun.

Krass, ich als einfacher Kater erstarre vor so viel Dekadenz und Dummheit. Welche acht Kriege will er beendet haben? Warum schreibt er an den norwegischen Premier, der nichts mit dem Nobelkomitee zu tun hat – abgesehen davon, dass das Komitee seinen Sitz in Norwegen hat. Und natürlich gibt es Dokumente, die die dänische Hoheit über Grönland verifizieren. Überhaupt, was will er eigentlich mit dem unwirtlichen Island? Also mal ernsthaft?

Und ich denke so: Zeigt ihm endlich Grenzen auf, Völker und Kater der Welt. Ich trete meine Bruna. Zeige meine Krallen. Klar, mit ungutem Gefühl. Aber: Sie streichelt mich. Lächelt. Voller Verständnis. Und lässt mich herab. Sanft. Und ich fühle nie gekannte Stärke. In mir. Aufsteigen. Sagt der wehrhafte Hauptstadtkater. Der jetzt aber so richtig über euch wacht. Und jetzt: Zeigt Krallen. Und chillt, Leute.
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