Wenn Nackenhaare sich vor Fremdscham sträuben: Trumps Drohungen – oder: Kater, die knurren, kratzen nicht

Auch ich drohe mal. Knurre. Mit meinem tiefen Bass. Bass. Buckle. Fahre die Krallen aus. Wenn Coco auf mich springt. Nervt. Wenn Felix mich hochnimmt auf seinen Arm. Ungeschickt ohne Ende. Weil er sich verschätzt. Mit meinem Gewicht. Nervt. Aber dass ich trotz Drohgebärden tatsächlich zuschlage – passiert nie. Denn es gilt frei nach dem Köter-Motto: Kater, die knurren, kratzen nicht. He he.
Und so ähnlich ist es auch beim Menschen. Habe ich beobachtet. Die mit der großen Klappe. Lassen ihren krassen Worten Taten oft nicht folgen. Und wirken dann lächerlich, weil sie so leicht zu durchschauen sind. Wie US-Präsident Trump. Der seine Online-Plattform Truth Social mittlerweile täglich für seine Prahlereien nutzt, wie großartig er sei, wie groß er die USA gemacht habe.
Sodass sich meine Nackenhaare vor Fremdscham sträuben. Ob dieser narzisstischen, kranken Selbstbeweihräucherung. Die proportional zunimmt – je stärker er unter Druck gerät. Wie nun mit seinem Iran-Krieg. Der so gar nicht so läuft, wie er es wohl erwartet hatte.

Weswegen er nun täglich das Gegenteil der offensichtlichen Realität behauptet und schreibt: Der Krieg sei bald zu Ende. Es gebe im Iran nichts mehr zu bombardieren, alles sei zerstört. Und ich denke so: Verschätzt. Hat er sich. Denn der Iran gibt trotz heftiger amerikanisch-israelischer Bombardements nicht auf. Im Gegenteil.
Die Revolutionsgarden haben sogar einen krassen Hebel, die USA unter Druck zu setzen: Die Blockade der Straße von Hormus. Das ist die Meerenge im Persischen Golf, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft. Und wo jetzt brennende, offenbar von iranischen Drohnen getroffene Tanker zu sehen sind.



Verschätzt eben. Wie der russische Despot Putin. Dessen Krieg in der Ukraine dauert schon mehr als vier Jahre, seine Truppen kommen kaum voran. Trumps Krieg dauert zwar gerade mal zwei Wochen, aber auch er ging von einem Blitz-Feldzug aus. Und erwartete wenig Gegenwehr.
Aber mit am schlimmsten ist: Ein Ende des Kriegs ist nicht in Sicht. Auch weil Trump keine Exitstrategie hat. Und damit seine Beliebtheitswerte in den USA immer weiter sinken. Quasi proportional zu den steigenden Benzinpreisen.

Und ich sehe meine Coco. Die schlapp darnieder liegt. Erschöpft durch die Eierstockvernichtungs-OP von gestern. Sie kämpft anders als sonst nicht um Aufmerksamkeit und Futter gegen mich. Bespringt mich nicht. Sondern schläft. Immerhin: Einen Ausflug auf dem Schrank macht sie. Und ich sehe: Es geht aufwärts.
Beim Baby. In rot. Dem ich mal nicht drohe, sondern nun meine Leckerli vors Schnäuzchen lege. Und meine Bruna so: „Oh, wie ist das süß.“ Sie auch. Und Coco erst. Sagt der emphatische Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Droht nicht. Sondern chillt, Leute!
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