Das Ü-Paket mit Coco und russischer Cyberkrieg

Wir lieben: Höhlen, Kisten, Waschmaschinentrommeln – alles eben, was eng, dunkel, warm und kuschelig ist. Wo man nicht gleich erkannt wird. Ein absolutes Highlight: Ausgepackte Päckchen. Und die gibt es jetzt, in der Weihnachtszeit, in Hülle und Fülle. Paradiesisch.
Ich bin in einem drin. Coco ist in einem anderen drin. Der Deckel fällt. Auf Coco. Und Felix so: „Wo ist sie?“ Die sofort antwortet, als er den Karton packt, um ihn zum Müll zu bringen. Ihre Pfote peitscht aus dem Paket vor. Trifft seine Hand. Und er so: „Shit, tut weh.“ Und ich so: Boah, ist er krass gechillt. Weihnachten – oder was?


Dass in einer Packung was anderes drin ist als vermutet, dafür gibt’s ja einige Beispiele: Die Griechen. Mit ihrem trojanischen Pferd. Das sie Troja schenkten. Und in dem sie Soldaten verbargen. Die dann ihren Leuten nachts die Stadtpforten öffneten, sodass sie Troja leicht einnehmen konnten. Auch heute gibt es Trojaner: Getarnte Schadstoffware, die in Computersysteme eindringt.
Hacker – auch staatlich unterstützt – nutzen das häufig. Um Cyberangriffe zu starten. Um Fake News zu verbreiten. Heute bestellte die Bundesregierung den russischen Botschafter ein, um dagegen zu protestieren. Sie wirft dem russischen Militärgeheimdienst GRU vor, Falschnachrichten zu verbreiten, um Menschen zu verunsichern, die Demokratie zu delegitimieren.
Vor der letzten Bundestagswahl sei in falschen Gutachten behauptet worden, der damalige Unions-Kanzlerkandidat Merz sei psychisch krank, zu Grünen-Spitzenkandidat Habeck kursierten Gerüchte, er sei in einen Korruptionsskandal in der Ukraine verwickelt. Gefälschte Videos zeigten Manipulationen bei Stimmenauszählung von Wahlen. Und – weiterer Vorwurf: Eine russische Hackergruppe habe 2024 einen Cyberangriff auf die Deutsche Flugsicherung gestartet.


Und ich denke so: Man sollte schon genau checken, was in Botschaften, Mails – oder Paketen – drin steckt. Woher Filme, Berichte, Posts so kommen. Und man sollte auch checken, was in vermeintlich leeren Päckchen ist, bevor man sie entsorgt.
Ich räume ein: Ich bin froh, dass Coco nicht auf dem Müll gelandet ist. Sondern jetzt durch mein Revier rast. Ins Bad. Und in die Waschmaschinentrommel springt. Und ich denke so: „Hej, Alte, kann doch nicht wahr sein, voll gefährlich.“ Stelle mir vor, wie sie nach einem Weichspülgang bei 60 Grad aussehen würde. Wild.
Und denke so, ich muss Baby Coco schützen. Und springe hinter ihr her. Spüre einen Schlag. Die Tür der Waschmaschine ist zu. Felix hat sie geschlossen. Sieht uns nicht. Hört nicht das klägliche Miauen. Und stellt das Ding an.


Panik. Angst. Das reinströmende Wasser nimmt mir den Atem. Coco fiept. Und ich schrecke hoch. Atme durch. Liege auf dem Bett meiner Bruna. Welch Alptraum. Welch Glück. Neben mir Coco schnaufen zu hören. Und ich denke so: Always be careful. Sagt der erleichterte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Checkt alle Botschaften. Und chillt, Leute.
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