Hauptstadtkater

10. März 2026

Die Weisheits-Leiden meiner Nuria aufgefangen von Trösterin Coco

Wir Kater sind nicht nur Chill-Könige, sondern auch Tröster-Kaiser. Wobei natürlich das eine das andere bedingt. Nur weil wir immer tiefenentspannt sind, wirkt sich dieser Spirit auch auf andere aus. Also – auf Menschen. Vor allem auf jene, denen es gerade nicht so gut geht.

Wie heute meiner Nuria. Ihr wurden zwei gesunde Zähne gezogen. Angeblich weil die zu viel Platz im Kiefer einnähmen. Und ich denke so: Huch, warum wohl hat die Natur dem Menschen so viele Zähne geschenkt? Und antworte selbst: Damit er beißen und kauen kann.

Klar, viele Menschen müssen das heutzutage gar nicht mehr so oft, bei dem ganzen Müsli, Porridge, Gemüse, Haferschleim und den Süppchen, die sie zu sich nehmen. Nun, für Tofu und Seitan brauchen aber auch sie Zähne. Denke ich so. Dass die nun bei meiner Nuria gezogenen auch noch nach der Weisheit benannt sind – puh, wie absurd kann Mensch sein, die dann zu extrahieren? 

Gönnen können – ist so ein Glaubenssatz, der nur von so gechillten Lebewesen wie mir stammen kann. Also: Ich lasse Coco heute generös den Vortritt. Sich auf meiner nach dieser Zahn-OP leidenden Nuria platzieren zu dürfen. Um ihren Vibe auf sie zu übertragen.

Und meine Nuria plötzlich: Still, ruhig, entspannt. Durch das tröstende Therapietier Coco. Denn meine Nuria realisiert auch: Der Horrortermin ist vorüber. Das Date, das sie seit der Terminierung vor drei Monaten fürchtete.

Weil sie dachte, den Schmerz nicht aushalten zu können. Die Spritze und das Taubheitsgefühl nicht ertragen zu können. Jedenfalls nicht ohne die Zahnärztin anzukotzen. Und dann ohnmächtig zu werden. Was. Naturally. Dann. Doch. Nicht. Passierte.

Abgesehen von einem kräftigen Würgen. Das mit gechilltem Atmen durch die Nase aber schnell wieder schwand. Blieb – bis auf die zwei Zähne – alles in ihr.

Nun, diese Angst der vergangenen Monate, war übel. Sagt meine Nuria. Selbst coole Partys, Konzerte, Treffen mit Freundinnen, Freunden und Familie, selbst mit mir – immer sei alles überschattet gewesen von diesem im Hintergrund lauernden Horrortermin. Der immer näher gerückt sei. Unaufhaltsam.

Und in der Nacht direkt vor der OP sei die Furcht kumuliert. In zehnminütig wechselnden Wach- und Schlafphasen gepaart mit Alpträumen. Und dann kam der Moment doch. Endlich. Und die Ärztin rief ins OP-Zimmer. Bohrte, rüttelte. Fürchterliches Knirschen.

Dann war es extrem schnell over: Ob sie die Zähne mitnehmen wolle. Habe sie die Ärztin nach der 20-minütigen OP gefragt. Und ich denke so: Huch? Warum sollte sie die gezogene Weisheit mitnehmen? Denkt auch meine Nuria.

Die nicht glauben kann, dass die drei Monate Angst nun plötzlich hinter ihr liegen. Der Schmerz dafür vor ihr. Wenn die Betäubung verfliegt. Fliegt Coco auf sie. Die alte Trösterin. Mitsamt den guten alten Ibus, 600 naturally. Sagt der gönnerhafte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Putzt Zähne. Und: Chillt, Leute!

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