Lecken für eine gelingende Einheit, kotzen auf AfD-Rekordwerte

Sie leckt mich. Ich leck sie. Es ist schön. Wir sind eine Einheit. Coco und ich. Am Tag der deutschen Einheit. Der gefeiert wird, weil am 3. Oktober 1990 der Einigungsvertrag zwischen der DDR und der Bundesrepublik in Kraft trat. Gähn. Aber: Ohne die Vereinigung wäre ich jetzt wohl nicht Seite an Seite mit Coco.
Weil Felix und Laura wohl kaum zueinander gefunden hätten, wenn die Mauer nicht gefallen wäre. Sondern sie in Hannover und Leipzig versauert wären. Und wir? Und meine Bruna, meine Nuria, Diego? Who knows? Also: Coco und ich würdigen es, die Einheit. Leckend.
Während Laura flucht, heute den Kaffee schwarz trinken zu müssen. Weil die Geschäfte zu haben, was sie vergessen hatte. Und meine Bruna sich wundert, dass der Wochenmarkt vor der Haustür nicht wie sonst jeden Samstag da ist. Und die rechtspopulistische AfD außer sich vor Freude ist. Denn in einer Umfrage des Instituts Insa erreicht sie erstmals die 30-Prozent-Marke.

Eine weirde Zeit. Denke ich so. Während Coco über mir lungert. Denn zugleich fällt die Union in dieser Umfrage auf einen Tiefstwert: 18 Prozent. Reichen würde es nach dieser Umfrage nur noch für eine Dreierkoalition aus Union, SPD und Grünen. Tja – und dann sind auch noch 79 Prozent der Befragten mit der Arbeit von Kanzler Merz und der der Bundesregierung unzufrieden.
Ich spüre den Kotzreiz. Denn damit ist klar, die Tendenz spricht weiter für die Rechtsextremisten. Und es ist so eklig. Ihren geifernden Jubel zu sehen. Sie seien nun Volkspartei. Und wie schön, ein solches Ergebnis am Tag der Einheit. Prahlen sie. Ungeniert.
Und es scheint klar: 13 Jahre nach ihrer Gründung ist die AfD endgültig etabliert, hat einen Stamm von Fans. Die ihre mehr oder weniger exklusive Ablehnung von Ukraine-Hilfen und „Remigration“ voll cool finden.

Ich würge. Brauche heute dafür nicht mal Kotzgras. Eine offen rassistische Partei , die demokratiefeindlich agiert, Hass und Häme versprüht, ist auf Erfolgskurs. Es klingt so hilflos, wenn Bundespräsident Steinmeier in seiner Festtagsrede wohlfeil vor der Lust an Zerstörung, vor dem weiteren Erstarken extremistischer Parteien warnt – was auch durch Lügen und Manipulation in den sozialen Medien befeuert werde. Und die innere Einheit gefährde.
Immerhin: Es gibt auch andere, die mir mehr Mut machen. Weil sie Kante zeigen. Wie der Komiker Hape Kerkeling. Der erneut vehement ein Verbotsverfahren gegen die AfD einfordert. Die Politik müsse jetzt handeln. Um das Volk zu schützen. Sagt er. Die Schmähungen und Drohungen durch Rechtsextremisten seien an Brutalität kaum zu überbieten.

Tja, der Mann hat Recht. Denke ich so. Coco leckt mich. Ich lecke sie. Wahre Einheit. Durch gemeinsamen Genuss. Sagt der vereinheitlichte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Wehret den Anfängen. Und chillt, Leute!