Wider dem Shitstorm, Gegendarstellung, Chillen mit meiner Nuria

Chillen mit meiner Nuria. So nice. Und ich merke mal wieder: Das im Alltag Unerreichbare wird noch krasser, wenn es dann doch mal da ist – wie meine Nuria, die wegen der Semesterferien in Freiburg nun endlich hier in meinem Revier ein Comeback feiert. Hach, wie sie krault. Schnurr.
Ich brauche das heute besonders – also sehr viel Liebe, Wärme, Geborgenheit. Denn mir weht ein veritabler Shitstorm in die Nüstern – ausgelöst durch meine jüngste Schilderung der Generation Z. Junge Menschen schreiben, der Beitrag sei absolut weird. Eine Unverschämtheit eines debilen Katers. Es sei naturally nicht so, wie von mir geschildert, dass die GenZ nur noch klaue und vor allem Unverbindlichkeit schätze.

Im Gegenteil: Viele von den Jungen arbeiteten mehr als die Älteren, hätten mehrere schlecht bezahlte Jobs zugleich – weil sie sonst nicht überleben könnten. Betroffen davon seien auch Akademiker. Und von der grassierenden Unzuverlässigkeit seien die meisten mittlerweile auch voll abgeturnt. Und darüber hinaus: GenZ arbeite in eine eher düstere Zukunft und finanziere Alte – während es später für sie so etwas wohl nicht mehr gebe. Und die meisten dann wegen der immer größeren Hitze wahrscheinlich eh tot seien.
Aber der Shitstorm reißt mich auch von der anderen Seite um. Alte Menschen schreiben, der Beitrag sei Mist. Wieder würden die Alten gegen die Jungen ausgespielt. Obwohl: Sie hätten es ja schon immer gewusst. Die GenZ sei die lost Generation.

Wie das sein könnte, dass von denen keiner mehr arbeiten wolle, alle nur noch auf Klauen aus seien. Und trotzdem in Saus und Braus lebten, mit Flügen, Urlauben, ein Leben wie ein Dandy oder Privatier führten. Dies sei doch die Generation, der es so gut gehe wie keiner vor ihr. Und die doch gelernt haben sollte, dass für Wohlstand und dessen Erhalt etwas getan werden müsse.
Und ich so, entsetzt: Stopp Leute! Kommt mal runter. Alles easy. Keep calm. Ist so absolutely nicht gemeint. Und auch nicht so formuliert. Spannend, was ein Jeder, eine Jede, da so rausliest. Denke ich staunend.
Meine Klarstellung: Es gibt junge Menschen, die gerne klauen. Auch aus gutbürgerlichen Elternhäusern. Genauso wie es auch schon vor drei Jahrzehnten junge Menschen gab, die gerne klauten und behaupteten, jeder Diebstahl bis 100 DM sei okay. Meine Nuria krault weiter. Und sagt nur: „Ist aber schon krass, dass aus meinem Umfeld mindestens 50 Prozent gerne klauen…“ Sie natürlich nicht.

Was nun? Denke ich verwirrt. Jede Generation ist eben divers. Ist ja auch nicht so, dass alle Alten Nazis sind. Oder? Denke ich so. Also, sorry, das ich das so ausführen muss: Aber: Naturally setzen sich viele GenZ-Leute voll engagiert für ihre Zukunft ein. Haben es aber extrem schwer: Weil sie gegen jene Wand der Alten und Etablierten laufen – beispielsweise bei der Forderung nach mehr Klimaschutz.
Denn das bedeutet oft eben auch Einschränkungen. Die keiner will. Ich ja auch nicht. Oder eben nur, wenn dann deutlich wird, dass ein besseres Leben auch künftig möglich sein wird. Und I guess: Das den Alten zu vermitteln ist schwierig, weil sie selbst es eh nicht mehr erleben werden. Sagt der schnurrende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid doch nicht immer gleich so getriggert. Und chillt, Leute!