Hechelnde Coco und berstende Autobahnen – 41,5 Grad

Wenn Coco hechelt wie ein räudiger Köter, dann ist es wirklich heiß. Heute also schlägt der Coco-Köter-Hitze-Index krass an. Und bringt gar meine Bruna in Besorgnis, sprich: Wallung, sprich: Aktion. Erstmals seit 187 Tagen füllt sie unseren Zimmerspringbrunnen wieder mit kühlendem Nass. Das vor Cocos aufgeblähten Nüstern wabert. Und sie so: Hechel, schlürf, schluck, sponx.
41,5 Grad also. Gemessen irgendwo im AfD-Land Sachsen-Anhalt. Rekord von gestern schon wieder übertrumpft. Und ich denke so: Mögen doch die Klimaleugner der Rechtspopulisten alle verdorren, in ihrem Sachsen-Anhalt. Merke aber in mir sofort die Keule zuschlagen. Die Hitzekeule. Und ich so: Danke, Katergott. Never ever wünsche jemand Anderem Schlechtes. Selbst wenn es dein Feind ist. Amen.

Felix also düst heute durch eben dieses AfD-Land. Kommt nicht durch. Die Autobahn ist aufgeplatzt. Voll gesperrt. Weil die Hitze die Fahrbahn gesprengt hat. Und ich denke so: Puh, was für ein Zeichen, wenn sich da schon die Erde auftut, möge sie doch auch verschlingen. Rechtsextreme oder so. Merke aber sofort wieder die Keule. Hitzekeule. Gegen meinen Kopf schlagen.
Verneige mich abermals vor meinem großen Katergott. Bitte um Vergebung. Und höre Felix, der von seinem Besuch eines McDonalds in eben diesem AfD-Land erzählt. In dem die Klimaanlage ausgefallen ist.


Und eine Angestellte habe zur anderen gesagt: „Unsere arme Praktikantin. Wer heute in der Küche arbeiten muss, bei dem ist klar, warum er nie im Leben wieder arbeiten will.“ Und die andere so: „Arbeiten lohnt eh nicht, die Eliten stecken alles ein – und wir Arbeitenden haben immer weniger.“ Woraufhin die andere lachend antwortet: „Zum Glück haben wir endlich die Alternative.“
Mir wird blau vor Augen. So blau wie meine Augen sind. Hitzekeule eben. Meine Bruna erzählt, vor dem Brandenburger Tot habe die Polizei einen Wasserwerfer hingepackt, der Wasserfontänen in die Luft spritze – um die Leute abzukühlen.
Heiß ist es auch anderswo: In Basel treffen sich Tausende zum Wettjodeln. Und sind aufgerufen, sich in den Brunnen der Stadt abzukühlen,. In Paris ist es nicht ganz so lustig: Da wird kein Alkohol mehr verkauft.

Am verrücktesten ist es aber wieder mal in Washington. Auch ganz ohne Hitze: US-Präsident Trump lässt nun Reisepässe ausstellen, in denen sein Konterfei als Hintergrund mit aufs Papier gedruckt ist. Und er lässt den Iran angreifen. Trotz Waffenruhe. Weil der am Vortag in der Straße von Hormus ein Frachtschiff angegriffen habe.
Das ist jene Meerenge, für deren Passage der Iran künftig abkassieren will. Was Trump keinesfalls dulden will. Aber auch der Iran reagiert sofort: Und greift US-Verbündete wie den Golfstaat Bahrain an. Und ich frage mich so: Was ist nun mit der Waffenruhe? Ich weiß es nicht.


Es nervt. Die Hitzekeule. Im Kopf. Der Katergott. Und der Teufel. In mir. Ich beiße in Cocos Schweif. Sie reagiert nicht. Getriggert vom Brunnen. Dann rolle ich mich mal in die Zeitung ein. Und beantworte nochmal schnell die Frage von gestern: Laura natürlich wischte das Erbrochene auf. Damit der Junge weiter trinken kann. Sagt der gepeinigte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Seid cool. Und chillt, Leute!