Kampfkater gegen Trumps Voyeurismus zum 80.

Wir Kater sind Fighter. Really. Weil es in unseren Raubtiergenen liegt. Vor allem aber, weil es Spass bringt. Zu kämpfen. Zu jagen. Und zu siegen. Beispielsweise bei der Fliegenjagd im Revier. Da sitzen Coco und ich dann Seit` an Seit’. Auf unserer Aufsichtsplattform in der Küche. Wo es nur so schwirrt.
Wir sind geduldig. Bis eine Fliege endlich landet. Und wir jumpen. Und sie nicht bekommen. Meist. Weil sie noch schneller sind als wir. Nichtsdestotrotz: Wir sind aktiv, Fighter eben – und keine Voyeure. Wobei mir naturally absolut bewusst ist, dass wir Hauskater voll degeneriert sind. Und mittlerweile Fliegen und Motten unsere Ratten und Mäuse sind. He, he.
Schon bin ich bei US-Präsident Trump. Der Fighter liebt, selbst aber keiner ist, sondern nur ekliger Voyeur. Der Sack, der immer über die Alterserscheinungen seines Vorgängers Joe Biden spottete, wird heute 80 – und pennt nun bei dem von ihm selbst gemachten Spektakel ein.
Auf dem Rasen des Weißen Hauses ließ er Stahlkäfige aufbauen, in denen sich halbnackte Martial-Arts-Kämpfer prügeln und die Gesichter blutig schlagen. Militärflugzeuge donnern über die für das Spektakel teils abgeriegelte Hauptstadt Washington. Und Trump? Fallen dabei irgendwann die Augen zu. Aber hey, geschenkt: der Mann ist jetzt 80.
Und muss viel gearbeitet haben. Denn nun will er auch noch glauben machen, es gebe da dann ein noch größeres Geburtstagsgeschenk – von ihm an die Welt. Vermittler Pakistan verkündet, die USA und der Iran hätten ein Rahmenabkommen geschlossen, um den Iran-Krieg zu beenden. Trump jubelt kurz darauf, die für den Öl- und Gashandel so wichtige Straße von Hormus sei wieder frei, die Schiffe könnten ihre Motoren starten. „Lasst das Öl fließen.“
Später dann schränkt er ein, das mit der Öffnung könne doch noch dauern. Und ich frage mich so: Wer nochmal hat den Krieg begonnen? Ja, das waren die USA und Israel, die Ende Februar ihre Angriffe auf den Iran starteten, woraufhin die Mullahs die Straße von Hormus dicht machten. Und: Unterzeichnet werden soll das Abkommen erst in einer knappen Woche in der Schweiz.

Bis dahin, ja bis dahin kann noch viel passieren. Denke ich so. Sehe eine Fliege vorbeifliegen. Sehe, dass Coco sie anvisiert. Hinterher schwebt Und dabei eine Vase mitnimmt. Passiert. Kollateralschaden eben. Denke ich so. Die Fliege ist entkommen.
Immerhin, Trump bekommt auch ein Geschenk von anderen: Die Staats-und Regierungschefs der angeblich wichtigsten Industrieländer verschoben ihren in Evian in Frankreich geplanten G7-Gipfel zu Ehren seines Geburtstags um einen Tag auf morgen. Ich bin sicher, dass sie dann den Trumpschen Deal mit dem Iran umfassend würdigen werden.
Durch den ein Zustand erzielt werden könnte, der wahrscheinlich weitaus schlechter ist als vor dem Krieg. Weil der Iran die Straße von Hormus als Druckmittel behalten könnte. Egal, die Welt ist von Trump abhängig. Und: Der Narzisst braucht Lob wie die Weltwirtschaft Öl.
Ich habe eine Fliege erwischt. Spassig, wie sie immer wieder versucht, zu entkommen. Sagt der kämpfende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Befreit euch aus Käfigen. Und chillt, Leute!