Tag: 22. April 2026

  • 22. April 2026

    Alles paradox oder was – Livestream vom gestrandeten Wal

    Für Show ist sie immer gut. Coco also lässt sich von Diego an ihren Vorderläufen packen. Macht dann eine Art Rückwärtspurzelbaum. Und hängt kopfüber auf seinem Schoß. Und meine Leute jauchzen. „Süß, sportlich, so cool.“ Rufen sie. Und Coco?  Miaut. Bekommt aber noch nicht mal Leckerli für ihre Aktion. Show für nichts. Denke ich so. Wie paradox.

    Und sehe auf Felixens Laptop einen Livestream. Vom vor der Insel Poel in der Ostsee gestrandeten Wal. Der sich zuständig fühlende Minister Backhaus sagt auf einer Pressekonferenz, zwar sei der Gesundheitszustand des Wals kritisch. Aber er lebe. Und so sei die Situation weiter außergewöhnlich schwierig. Sagt er. Und der Livestream mit dem aus dem Wasser ragenden Körper bleibt. Bis zur Dämmerung. Bis Coco mich vom Bildschirm verjagt. Showgirl eben. 

    Coco erinnert mich mit ihrer Art an Politik-Zampanos. Ob sie nun Trump, Putin oder Orban heißen. Show gehört auch bei ihnen zum Geschäft. Bis zum Paradox. So gibt beispielsweise die EU nicht nur der Ukraine milliardenschwere Kredite zur Verteidigung ihres Landes gegen Russland. Sondern finanziert zugleich eben den Krieg dieses Aggressors Russland mit.

    Die Story behind: Endlich hat der ungarische Showman Orban seine monatelange Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU an die Ukraine aufgegeben. Warum? Weil die Ukraine eine zuvor von Russland im Krieg zerstörte Pipeline repariert hat, durch die nun wieder russisches Öl nach Ungarn fließen kann. Für das das EU-Land Ungarn nun wieder Geld an Kremldespot und Showman Putin bezahlt. Das damit seinen Krieg gegen die Ukraine bezahlt. Und dort dann wieder Infrastruktur zerstört. Ich darf nicht weiterdenken. Alles zu crazy. 

    Paradox. Wie ein allmächtiger Gott, der eben doch nicht allmächtig ist, weil er dann ja einen Stein erschaffen könnte, der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann. Nun, die Walexperten behaupten, der Wal habe Schmerzen, weil er sich krümme. Fügen dann hinzu, niemand könne in einen Wal hineinschauen und wissen, was in ihm vorgehe. Was er empfinde und denke. Und der Livestream zeigt sanfte Wellen. Die einen mächtigen, bewegungslos aus dem Wasser ragenden Körper umspülen.

    Und so sprinte ich Coco hinterher. Die nun doch Leckerli bekommt. Für ihre Kunststückchen offenbar. Und ich denke so: Ist sie wohl doch nicht so paradox wie gedacht. Sondern im Gegenteil: Strategisch. Klug. Sagt der gespaltene Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tut das Unerwartete. Und chillt, Leute!