Tag: 9. April 2026

  • 9. April 2026

    Zerstörte Gewächshäuser und Klimaschützer Trump

    Kater sind gefährlich. Naturally. Katzen auch. Wir stammen ja auch von Raubtieren ab. Ich allerdings bin mittlerweile seit fast vier Jahren domestiziert. Und weiß mich menschlich zu benehmen. Meist. Coco aber ist ein Wildfang.

    Sieht hinter dem hellen Duschvorhang den sich bewegenden Schatten Diegos. Interpretiert das als Aufforderung zum Spiel. Springt und krallt sich im Vorhang fest. Dringt mit ihren Krallen hindurch und touchiert Diegos Bein. Der laut aufschreit, sich kurz den roten Striemen am Oberschenkel widmet und Coco dann fluchend wegstößt.

    Womit sie die Jagd auf mich eröffnet. Quer durchs Revier ins eigentlich verschlossene und verbotene Schlafzimmer. Ich nutze die geöffnete Pforte, will eine elegante Wende auf dem Fensterbrett vollziehen. Bin überrascht von dem Mini-Gewächshaus, das Laura dort platziert hat. Weil sie wohl dachte, es sei dort sicher.

    Falsch gedacht, denke ich so, als ich Erde, Samen und zersplitterte Reste des Gewächshauses auf dem Boden verteilt erblicke. Und weg rase. Zum Chillen. In die Küche. Harren der Dinge. Quasi. 

    Denn immer habe ich die Hoffnung, das sich aus dem vermeintlich Schlechten etwas Gutes entwickelt. Aus dem zerstörten Gewächshaus ein neues, größeres Haus beispielsweise. Und ich denke daran, wie nun aus dem Klimawandel-Leugner Trump ein Top-Klimaschützer geworden ist. Unfreiwillig. Aber egal – was zählt, ist das Ergebnis.

    Und das lautet nach mehr als einem Monat Iran-Krieg inklusive Schließung der für den Transport von Öl und Gas existenziellen Straße von Hormus: „Welt, fossile Energie ist old school!“

    Nicht nur wegen der Belastung für Umwelt und Klima. Sondern auch, weil fossile Energien abhängig machen. Von Ländern, mit denen man lieber nichts zu tun haben will. Während die Erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne unabhängig, frei machen. Und eben auch sauber sind.

    Dass für die eigentlich nicht neue Erkenntnis ein Krieg nötig war, in dem Menschen starben, Despoten und Öl-Konzerne erst mal profitierten, ist schrecklich. Die Chance, dass das Klima nun bessere Chancen zum Gesunden hat, ist aber gestiegen. Wie auch die Aktienkurse von Unternehmen, die auf Öko-Technologien setzen. 

    Selbstbewusst Dinge anpacken, wenn sich die Chance bietet. Denke ich so. Und höre die Story einer Katze in Stralsund, die dem Menschen mal wieder auf subtile Art klar macht, was für Tiere wir sind: Raubtiere.

    Eine 19-Jährige kam nachts nicht in ihre Wohnung, weil eine Katze vor ihrer Tür saß und sie anfauchte. Auch noch nach einer knappen Stunde. Weswegen sich die verzweifelte junge Frau an die Polizei wandte. Die sich das Tier schnappte und einem Nachbarn, dem es gehörte, übergab.

    Und nein: Die junge Frau war nicht meine Nuria. Die ist ja auch 21. Und in Freiburg. Klar aber ist: Wir sind Raubtiere. Sagt der gefährliche Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Nehmt euch in acht. Und chillt, Leute!