Monat: März 2026

  • 3. März 2026

    Tätschelnde Regierungschefs und Ekel-Flash im Iran-Krieg

    Klar, ich bin cool. Äußerlich jedenfalls. Ist eben von Vorteil, dass die Mimik des Katers vom Menschen nicht dechiffriert werden kann. Klar, dass es in meinem Inneren manchmal ganz anders ausschaut. Brodelt. Wie in einem Vulkan kurz vor der Eruption. Denn: Auch klar: Ich bin sensibel.

    Es berührt mich, wenn meine Leute mich berühren. Ist zum einen ein nices Feeling. Zum anderen aber törnt es mich ab. Weil Menschen nicht rein sind. Und in mir durch ihr Gestreichel der Leckreflex ausgelöst wird. Ich mein Fell minutenlang abschlecke. Um ihren Dreck abzubekommen. 

    Menschen sind unsauber. Lecken sich nie. Tatschen sich aber die ganze Zeit. Heute grapschte der mächtigste Mann der Welt den mächtigsten Mann meines Landes ans Knie. Also: US-Präsident Trump tätschelte in einer Pressekonferenz im Weißen Haus vor den Augen der Welt das Knie von Kanzler Merz.

    Und allein wenn ich daran denke, werde ich von einem Ekel-Flash geschüttelt. Denn Merz leckt sich nicht. Sondern erstarrt. Während Trump sich offenbar witzig findet. Rumscherzt. Und seine Handelsbeauftragte mit Blick auf die US-Zollpolitik rhetorisch fragt, wie die USA Deutschland behandeln sollten. Um selbst die Antwort zu geben: „Ich denke, bei denen sollten wir sehr, sehr hart zuschlagen.“ Sagt Trump lachend. Und tatscht Merzens Knie.

    Während der Konflikt im Nahen Osten, der Krieg zwischen Iran und den USA einerseits sowie dem Iran andererseits, immer größere Kreise zieht. Raketen fliegen nicht nur auf den Iran, sondern der Iran schießt zurück, auf die Golfstaaten. Droht, Schiffe in der Straße von Hormus zu beschießen. Auch die Öltanker.

    Und die Menschen in Deutschland sind nun wirklich bestürzt. Weil die Spritpreise wegen der Kriegsauswirkungen innerhalb von vier Tagen extrem stiegen, der Liter Super plötzlich 30 Cent mehr kostet, in einigen Regionen damit mehr als 2 Euro pro Liter.

    Zehntausende andere sind bestürzt, weil sie irgendwo auf der Welt gestrandet sind. Weil die Flughäfen von vielen Golfstaaten gesperrt sind. Genauso wie die Lufträume. Angesichts der iranischen Raketen, die auf ihre Länder niederprasseln. Auch Passagiere von Kreuzfahrtschiffen müssen leiden: Ihre Luxuskähne liegen von einigen Häfen fest.

    Tut mir wirklich leid. Trotzdem ist es Coco, die mein Herz mal wieder wirklich toucht. Klar, auch sie ist cool. Katzenentsprechend eben. Ich sehe, wie sie über die Tastatur Felixens gleichsam schwebt, um sich dann ihm gegenüber zu positionieren. Ihn anstarrt. Quasi hypnotisiert. Unverwandt.

    Bis er es nicht mehr aushält. Und aufsteht. Leckerli holt. Auch für mich. Und ich bin begeistert. Über Cocos subtile Art, Botschaften zu vermitteln. Sagt der berührte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Habt Empathie. Und chillt, Leute! 

  • 2. März 2026

    Geiz in Zeiten des Kriegs – Blindflug aus eskalierendem Hass

    Warum nur ist Chillen nicht das neue Normal? Für Mensch. Wo es doch für uns Kater schon ewig das alte Normal ist? Vor allem jetzt, wo der Frühling angebrochen ist. Die Sonne prallt und wärmt. Klar, sie, die sun, macht naturally nichts besser: Im Iran schlagen die von den USA und Israel abgefeuerten Raketen ein. Und töten. Und zerstören.

    Und iranische Raketen schlagen zugleich in Israel ein. In Saudi-Arabien. In Katar. Sogar auf Zypern. Und ich denke so: Menschen sind crazy. Sie zerstören sich gegenseitig. Und bin sicher: Sie müssen entspannen. Chillen. Um genau das erkennen zu können. In ihrem Blindlfug aus eskalierendem Hass. 

    Deswegen: Auszeit. Für die Erkenntnis. Denke ich so. Und goutiere mal, dass meine Alten weg sind. In Hamburg. Um sich zu besinnen. Um menschliches Verhalten zu studieren. Und sich selbst. Hoffe ich so.

    Und höre: Sie sind genervt – weil die finnische Sauna im Wellnessbereich defekt ist und die Handtücher nach Krankenhaus duften. Sie sind genervt, weil der Grieche aus dem Restaurant nebenan nicht nur Fleisch mit Fleisch serviert, sondern sie auch noch als Touristen identifiziert – als er ihnen schönen Urlaub wünscht.

    Und sie sind genervt vom Pärchen am Nebentisch. Die hätten ob des Frühstückspreises von weit über 20 Euro pro Person gestöhnt. Der Mann habe sich noch einen Kaffee bestellt, obwohl er schon drei gehabt habe und seine Hände leicht gezittert hätten. Die Frau habe dann ein drittes Glas Sekt geholt, obwohl sie schon nach dem ersten kaum noch habe grade zum Sektkühler laufen können.

    Dann habe sich der Mann stöhnend ans Buffet gerollt – zum Lachs. Um nach dem Hineinwürgen bleich, aber zufrieden zu sagen: „Das musste noch sein. Jetzt haben wir den Preis raus.“ Zur Krönung habe er letztlich aufgestoßen, der Hauch von Lachs gemixt mit Sekt sei durch den Saal geströmt.

    Und ich denke so – klingt eigentlich exakt so, wie ich Felix kenne, den alten Geizhals. Mir läuft der Speichel im Schnäuzchen zusammen. Wenn ich an den Lachs denke. Lachs! Ich liebe Lachs. Und ich denke so: Das ist der big Unterschied: Sie, die Menschen, essen, weil sie den Gegenwert des Essens herausbekommen wollen. Ich, der Kater, esse, weil ich Hunger habe.

    Und sehe die in der Sonne chillende Coco. Nutze die Chance, von ihr unbeobachtet in die Küche zu huschen. Zu ihrem Napf. Mit dem Babyfutter. Das ich liebe. Weil sie es liebt.

    Und dass es bald nicht mehr gibt. Weil Coco sterilisiert werden soll. In zehn Tagen. Dann: Ist. Sie. erwachsen. Wird anderes Futter bekommen. Und ihr betörender Duft wird wegoperiert und schönste Erinnerung sein. Für mich. Sagt der dekadente Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt euer Leben, Leute!  

  • 1. März 2026

    Ich bin nicht nicht normal

    Achtung, abstrakte, pseudointellektuelle Ansichten eines Katers zum Thema  Normalität. Hehe. Also, ich finde: Normal bezeichnet das von einer Peergroup geduldete, vielleicht sogar geforderte Verhalten, dem viele laut- und meinungsstarke Follower folgen. Was bedeutet – die Norm muss nicht unbedingt durch die Mehrheit gestaltet sein. Sondern wird meist durch die Durchsetzungsfähigsten vorgegeben.

    Sicher ist nur: Jede Abweichung von deren vorgegebener Norm ist unnormal. Was die Definition von Normalität dann aber nochmal schwieriger macht: Peergroups ändern sich ständig und damit auch Einstellungen – und damit auch das „normal“. Wer sich also anmaßt, Verhalten oder sogar Lebewesen als normal zu bezeichnen, geriert sich als ein Art Gott. Und das ist voll unnormal. Denke ich so. Und frage mich zugleich: 

    Ist mein ständiger Hunger eigentlich normal?

    Sind die Dämonen in mir normal? Ist Coco normal?

    Ist es normal, wenn Katzen und Kater in Wohnungen gehalten werden?

    Sind Kriege normal? 

    Sind Angriffe auf souveräne Staaten wie den Iran normal? 

    Ist das Schwanzwedeln von Hunden normal?

    Ist ein Kater normal, der seine Gedanken täglich zu Papier bringt?

    Ist es normal, ein Land wie die Ukraine mehr als vier Jahre lang zu bombardieren?

    Sind Psychosen normal? 

    Ist es normal, zu versuchen, Macht über andere zu bekommen?

    Ist Angst vor KI normal?

    Ist Angst vor dem Tod normal?

    Ist Angst normal?

    Sind 20 Grad Celsius Ende Februar in Berlin normal?

    Ist Marathon-Laufen normal?

    Ist der Rückzug aus der Öffentlichkeit hin zu Freunden und Familie, hin zum Biedermeier normal?

    Ist es normal, keine Nachrichten zu konsumieren?

    Ist es normal, Drogen zu nehmen?

    Ist Selbstoptimierung normal?

    Sind Monster normal?

    Ist Trump normal?

    Ist es normal, wenn Menschen sich ankleiden?

    Ist Tiktok normal? Oder Insta?

    Ist Autofahren normal?

    Ist Nagelstudio normal? Und was ist mit Tattoo-Studio?

    Ist Vögeljagen normal? Oder Mäusejagen?

    Ist Veganismus normal?

    Ist es nicht völlig pumpe, ob etwas normal ist oder nicht? Fragt sich der normale Hauptstadtkater. Der nur weiß: Er ist nicht nicht normal. Und der über euch wacht. Und jetzt: Seid reflektiert. Und chillt, Leute!! Ganz normal…

    Und please: Antwortet, wenn Ihr meine Fragen beantworten könnt. Merci. Im Voraus.