Großkotze unter sich oder absolut gähnende Langeweile

Ich reiße mein Maul auf. Zeige Zähne. Fauche. Großkotz eben. Voll unsympathisch. Könnte man denken. Wenn man mich so sieht – gähnend. Ob der Einfältigkeit der Menschen. Vor allem jener alten Mächtigen. Die mich so anöden. Langweilen. Wie sie brüllen. Was das Zeug hält. Beifalls- und aufmerksamkeitsheischend. Wie blöde, kleine Kinder im Sandkasten. Denke ich so.
Die Pool-Position bei Typen wie diesen hat naturally: US-Präsident Trump. Er wolle die bedingungslose Kapitulation Irans. Tönt er nun. Während der Mullahstaat unverdrossen Raketen auf Israel und Golfstaaten abfeuert. Und ein Ende des Kriegs oder auch ein Zusammenbruch des Regimes dort überhaupt nicht absehbar ist.

Glück für Trump, dass er für seine Sprüche seine Plattform Truth Social hat: So muss er sein großes Maul dafür nicht aufreißen. Denn dann wäre zu sehen: Zahnloser, seniler Greis. Pech für die Welt, dass Journalisten und Influenzier jeden Post Trumps pushen. Und jede noch so bescheuerte Forderung dann millionenfach weltweit hyperventiliert wird.
Ich muss unwillkürlich an meine persönlichen Lieblingsfeinde denken – und einen über sie von Menschen mal nicht allzu dämlichen Spruch: Köter, die bellen, beißen nicht.

Klar, gilt nicht so richtig für Trump. Der beißt schon, mit seiner Macht und seinem Geld. Er lässt Teheran bombardieren. Fabuliert von anstehenden Angriffen auf den Iran, die noch stärker würden. Naturally. Und ich sehe, auch Israel hat einen Großkotz in verantwortlicher Position, einen Buddy Trumps. Premier Netanjahu.
Der hat nun die Chance ergriffen, nicht nur zusammen mit den USA den Iran zu bombardieren. Sondern er hat seinen Krieg auch gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon wieder aufgenommen. Nachdem diese nach den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran Raketen auf Israel abgefeuert hatten, lässt Netanjahu nun wiederum Libanons Hauptstadt Beirut bombardieren. Felix erzählt von seinen Kolleginnen dort, die von den Erschütterungen, der Ungewissheit, der Angst berichten. Von den Explosionen, die näher kommen. Und der bangen Frage, wohin? Wohin, wenn man seine Wohnung verlassen muss? Und auch alle Freunde und Verwandte fliehen? Sie erzählen von den Zehntausenden, die aus der Stadt fahren. Ins Nichts. Und ich sehe Trump, wie er in seinem Golfresort in Florida seine Bombardements feiert. Und wie Netanjahu weitere Angriffe auf die Hisbollah ankündigt. Und Iran und Libanon von Dutzenden, Hunderten Toten berichten. Ich könnte kotzen. Wenn meine Alea nur endlich mal wieder Kotzgras hinstellen würde.

Dann gähne ich eben erneut. Weil ich fertig bin. Gefangen im Zwiespalt: Dürfen Arschlöcher wie Trump und Netanjahu Terrorregime mit Gewalt beseitigen? Aus der reinen Sicht: Natürlich nicht – Verstoß gegen das Völkerrecht. Aber ich höre auch Iraner – und Libanesen: Die auf Befreiung hoffen, auf die Absetzung der Despoten. Und auf die USA setzen.
So liege ich nun auf dem Bett. Ich weiß nichts. Ausgelaugt.. Sagt der müde Hauptstadtkater. Der so gerne über euch wachen würde. Und jetzt: Bildet euch eine Meinung. Und chillt, Leute!