Tag: 6. März 2026

  • 6. März 2026

    Mein Pfoten-Fetisch und Brunas Fuß-Debakel

    Pfotenpflege ist alles. Inklusive Krallen. Naturally. Am besten dann noch in der Sonne. Voll gechillt und warm eben. Mit Zunge und allem drum und dran. Vorsorge, Pflege und nice feeling in einem. Weil Pfote samt Kralle für mich eben nicht nur essenziell, sondern existentiell ist. Rennen, springen, stoppen, fressen, schlagen, fühlen: Kurz: Die Pfote ist quasi mein Vorkoster fürs Hirn. Psychisch und physisch. Deswegen: Pflege der Pfoten ohne Ende. 

    Die Pfoten – ähhh, Füße he, he – sind auch für Menschen nicht ganz unwichtig. Diese Ignoranten aber merken das oft erst, wenn es zu spät ist. Ihre Füße also nicht mehr funktionieren, wie sie das so sollten. Schmerzen, wie bei Felix, der nach dem Skilaufen wegen der offenbar viel zu engen Schuhe nur noch humpelt und mittlerweile schwarze Zehennägel trägt – sieht aus wie geschminkt, ist es aber nicht. Altes Blut eben.

    Oder auch wie bei meiner Bruna. Deren Skischuhe wohl einen Nerv abklemmten. Und jetzt: Sind ihre beiden kleinen Zehen taub. Seit 26 Tagen schon. Meine Bruna spürt ihre Pfoten nicht mehr, zumindest einen Teil davon. Dafür umso mehr ihren Knöchel, der bei jeder Berührung weh tut. 

    Was also tun Menschen nun? Sie laufen zum Neurologen. Das sind die, die sich mit Nerven und dem dahinter stehenden System auskennen. Allein: Offenbar gibt es zu wenig – in der Muddastadt – also in Berlin jedenfalls. Felix ruft mehrere Praxen an, erreicht dann auch mal jemand. Und wird ob seiner Naivität ausgelacht.

    Sie nähmen nur sogenannte Bestandspatienten. Flötet eine sichtlich genervte Sprechstundenhilfe. Die nächsten drei Monate sei eh kein Termin frei. Und für danach würden noch keine vergeben. Felix versucht es weiter, auf dem Ärzte-Onlinebuchungsportal Doctolib. Und freut sich. Zunächst.

    Für heute bietet ein mit seiner Praxis nicht weit entfernter Neurologe tatsächlich einen Termin an. Felix klickt weiter: Dabei handele es sich zum eine Videosprechstunde. Felix klickt weiter: Muss ankreuzen, dass er Kassenpatient und nicht privat versichert ist. Und soll dann anklicken, bereit zu sein, für diese Sprechstunde 80 Euro zu bezahlen. Stöhnt auf. Krass.

    Er sucht weiter bei Doctolib. Ende Mai bietet eine Neurologin den gesamten Vormittag Termine an. Wieder klickt er sich durch Fragen: Kassenpatient: Ja. Bereit, zur „Erstuntersuchung“ 200 Euro mitzubringen, zu den nachfolgenden je 100 Euro. Felix atmet schwer und wird weiß im Gesicht. Wie mein Fell. Denke ich so. Und lecke meine Pfoten. Nice.

    Das also ist das solidarische Gesundheitssystem in Deutschland im Jahr 2026. Arztbesuch bei einem Spezialisten ist offenbar nur noch für privat Versicherte und reiche Menschen erschwinglich. Denke ich so. Lecke meine Vorderkralle.

    Pflege beugt vor. Sagt der pfotenfixierte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Sucht passende Skischuhe aus oder lasst das Skifahren. Macht eh nur Füße und Umwelt kaputt. Leckt die Wunden der Füße. Und: Chillt, Leute!