Perspektivwechsel: Coco und die EU in Zwangsjacken

Coco steckt in einer Zwangsjacke. So schaut es zumindest aus, wenn sie stolz wie eh und je auf dem Küchentisch auf Felixens aufgestapeltem Zeitungsstapel posiert. In ihrem roten Body. Der sie nervt. Weil er Sprungkraft hemmt und einengt. Sie sich nicht richtig kratzen kann. Ihre Haarpracht sich nicht entfalten kann. Aber: Es muss eben sein. Behaupten meine Leute. Zum Schutz der OP-Wunde. Die nach der Eierstockvernichtung vernäht wurde.
Die Zwänge also. Denke ich so. Und wage den Perspektivwechsel. Nicht zu Coco und ihren Problemen. Sondern zu den Menschen. Zu den Europäern. Die ich gestern noch lobpreiste. Weil sie dem Ansinnen von US-Präsident Trump, ihm beim Schutz der Straße von Hormus zu helfen, eine Abfuhr erteilten. Weil der Iran-Krieg nicht der ihre sei.

Aber – und nun der Perspektivwechsel: Eigentlich macht Trump ja das, was viele Europäer sich – zumindest insgeheim – wünschen. Denke ich so. Er versucht, das iranische Terrorregime zu beseitigen. Er versucht, das iranische Atomprogramm zu stoppen. Er versucht, die für den Öl- und Flüssiggashandel so wichtige Straße von Hormus offenzuhalten. Woraus folgt: Trump macht das, was Kanzler Merz vor nicht allzu langer Zeit lobte, als er sagte: Er verrichte die Drecksarbeit für die Europäer.
Klar, an Trumps Vorgehen ist alle Kritik berechtigt. Weiß ich doch. Er verstößt mit seinem Angriff gegen das Völkerrecht. Sagen fast alle ernstzunehmenden Völkerrechtler. Denn: Naturally waren die USA durch den Iran nicht unmittelbar bedroht. Dann: Die Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm schienen zuletzt auf einem guten Weg – und: der Iran hatte keine Atomwaffe. Und last but not least: Ohne israelisch-amerikanischen Angriff wäre jetzt auch die Straße von Hormus nicht blockiert.

Aber, aber, aber: Experten sagen, der Iran habe zwar noch kein atomwaffenfähiges Uran besessen, aber es sei eben doch deutlich höher angereichert gewesen als das, was Atomkraftwerks brauchten. Why? Frage ich mich. Und: Das iranische Regime tötete sein Volk. Und ich denke so: Schon starke Argumente für ein Eingreifen. Denn viele Menschen dort sind verzweifelt. Seit Jahrzehnten. In denen sich nichts tat. Sondern sich die Lage verschlimmerte.
Weswegen ich das europäische kategorische „Nein“ auf Trumps Frage nach Mithilfe dennoch zunächst verstehen kann: Weil es eben das starke Gefühl gibt, es diesem Idioten heimzahlen zu können. Nichtsdestotrotz: Ein Iran ohne Atomwaffen, eine freie Straße von Hormus fände wohl auch Europa ganz nice.

Zumindest die damit verbundenen sinkenden Benzinpreise. Denn das triggert die Menschen hierzulande perverser Weise am meisten an diesem Krieg: Dass sie für eine Tankladung 30 Prozent mehr zahlen müssen als bei Kriegsbeginn vor zweieinhalb Wochen. Europa also in der Zwangsjacke: Wenn Trump Hilfe fordert, muss über kurz oder lang geholfen werden. Weil er die Macht hat. Und damit die Regeln bestimmt.
Coco springt auf. Gerät aus dem Gleichgewicht. Zupft an ihrem Zwangs-Body. Der aber bleibt. Unerbittlich. Gepresst an ihrem Körper. Noch sechs Tag. Sagt der zwanghafte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Macht euch locker. Und chillt, Leute!










































