Tag: 21. Januar 2026

  • 21. Januar 2026

    Trump Kehrtwenden und die Suche nach dem Anfang oder Ende

    Manchmal ist es schwierig, Anfang und Ende zu unterscheiden. Weil das Ende der Anfang sein kann  – von etwas Neuem. Und ich frage mich so: Wo ist der Anfang von Coco? Wo ihr Ende? Wenn sie so auf dem Küchenboard hängt. Und ich nur Fell sehe. Viel Fell. Mit unendlich langem Schwanz. Das wird wohl ihr immer länger werdendes Ende. Vom Anfang. Denke ich so. 

    Wo das Gelabere von US-Präsident Trump endet – keine Ahnung. Sicher ist nur, dass jeder Anfang seiner Drohungen auch gleichzeitig das Ende impliziert. Heute zog er die jüngsten Zolldrohungen gegen acht europäische Länder so en passant bei seinem Auftritt beim Weltwirtschaftsforums in Davos zurück.

    Die Drohungen hatte er jüngst ausgesprochen, weil diese acht Länder sich seinem Wunsch entgegengestellt hatten, sich das dänische Grönland einzuverleiben. Trump Zolldrohungen zogen einen Aufschrei nach sich. Nicht nur in Europa. Sondern auch bei Trump zuhause. In den USA. Wo auch viele einen Handelskrieg mit Europa fürchten. Denn sicher ist: Das hätte auch für die US-Amerikaner steigende Preise zur Folge. Womit Trump eines seiner zentralen Wahlkampfversprechen ad absurdum führen würde. 

    Nun, Trump irrlichterte bei seiner mehr als einstündigen Rede in Davos durch das, was er in seiner Amtszeit so geschafft haben will. Behauptet, wenn es den USA gut ginge, ginge es der Welt gut. Behauptet, ein Wirtschaftswachstum ohnegleichen angefacht zu haben. Behauptet, nur die USA könnten Grönland schützen. Die Dänen könnten es – mit zwei Hundeschlitten – nicht.

    Und erwähnt nicht, dass Dänemark und Nato den USA schon mehrfach angeboten haben, Stützpunkte auf der arktischen Insel zu errichten, wie sie wollen. Und ich denke so: Das zeigt: Es geht Trump um sein Vermächtnis. Er will Grönland als 51. Bundesstaat und das US-Territorium massiv vergrößern. Er will die Bodenschätze, die dort lagern. Um sich einen Platz in der Geschichte der großen US-Präsidenten zu sichern. 

    In seiner Rede sagt Trump, er habe nicht vor, Grönland mit Gewalt zu erobern. Dabei lächelt er. Und fügt hinzu, auf diese Worte habe die Welt ja wohl gewartet. „Yes. Du dekadenter Sack“. Würde ich gerne rufen. Wenn ich rufen könnte. Nun, Trump sagt weiter, er habe sich mit Nato-Generalsekretär Rutte über Grönland geeinigt. Was das genau bedeutet. Wird aus den Reaktionen der Skandinavier deutlich. Die anklingen lassen: Die USA werden sich Grönland nicht einverleiben.

    Also: Viel Lärm um nichts. Trump hat ein Problem aufgebaut, das er nun mühselig wieder abgeräumt hat. Wofür er sich massiv lobt. Eine selbst gemachte Kehrtwende. Wo war doch gleich der Anfang, wo das Ende. Frage ich mich so. Und sehe Coco. Ihr Kopf – ist doch da, ganz vorne. Sagt der wendige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und nun: Seid flexibel. Und chillt, Leute.