Tag: 19. Januar 2026

  • 19. Januar 2026

    Bloody Monday, Ode an die Familie und Nato-Irrsinn

    Family. Kann so cool sein. Wirklich! Wenn einer für den anderen da ist. Hilft. Unterstützt. Selbstlos.  Uneigennützig. Ohne Hintergedanken. Ohne was dafür zu wollen. Bei allen Themen, auch beim Wichtigsten: Dem Futtern.

    Bei uns ist in diesem Gebiet die Führungskraft: Diego. Kocht lecker, der alte Veganer. Manchmal zum Glück auch mit Fleisch. Immer dabei beim Menüzauber: Coco und ich. Schleichen um ihn. Um ihn zu motivieren. Und er honoriert es: Lässt Huhn abfallen. Gekocht. Für uns. So muss es sein. Im Bündnis Familie. Denke ich so. 

    Einer für alle. Alle für einen. So war das bislang auch bei der Nato. Geführt von den USA, die andern 31 Bündnispartner zogen mit. Machten, was die USA so sagten. Und profitierten von der Abschreckungskraft der USA.

    Plötzlich ist alles anders. Und really – völlig irre: Die USA belegen acht Nato-Partner mit Strafzöllen, weil die auf Einladung des Nato-Mitglieds Dänemarks auf dessen Gebiet Grönland eine Erkundungstour gestartet hatten  – um zum Schutz der Insel und damit des Bündnisses beizutragen. Dafür sollen sie nun also von den USA bestraft werden.

    Und ich denke so: Das wäre in etwa so, als ob Chefkoch Diego uns Katern und Katzen nichts mehr abgeben würde. Weil wir beim Kochen helfen. Vollkommen absurd eben. Irre. 

    Vielleicht liegen meine trüben Gedanken am Datum? Frage ich mich so. Denn heute ist ja der dritte Montag des Jahres. Und das soll der deprimierendste Tag des Jahres sein. Hat vor wenigen Jahren ein Psychologe zu PR-Zwecken berechnet. Und ich denke so: Hej, wie cool. Dann wird es ab jetzt ja nur besser. Noch besser.

    Klar, noch nicht bei Laura. Die kommt heim von ihrer Jugendpsychiatrie und schreit: „Bloody Monday.“ Und ich verstehe, als ich höre, was sie erlebte. Vor gerade mal einer Stunde hat sie Klara, 16 Jahre, mit fünf Kolleginnen bekämpft – also versucht, sie zu fixieren. Weil Klara tobte. Und versuchte, sich zu verletzen.

    „Fickt euch, ich werde euch alle töten“, habe das Mädchen gebrüllt. Um dann in Tränen auszubrechen und zu betteln: „Bitte, macht mich los, ich tue nichts.“ Um dann wieder zuzuschlagen. Bloody Monday. Für Laura. Der aber auch ein Dienstag sein könnte. Denke ich so.

    Und ich schlucke. Schwer. Denn das Hähnchenstück von Diego ist doch recht trocken. Egal, der Geschmack ist ok. Coco lacht auch. Mal wieder. Und ich bin glücklich. Weil ich weiß: Wir sind Familie. Ein Bündnis. Sagt der sentimentale Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Würdigt Familie. Und chillt, Leute.