Tag: 18. Januar 2026

  • 18. Januar 2026

    Austickende Katze und lustvoller US-Präsident

    Herrje, stimmt eben doch oft, das Sprichwort: Des einen Lust ist des anderen Last. Muss ich einräumen. Obwohl ich diese Aphorismen eigentlich hasse. Wie die Pest.

    Oder wie Coco, wenn sie auf mir rumturnt. Und ihre täglichen fünf, nun ja, eher 28 Minuten hat. Ihre Austick-Zeit. In der sie ohne Rücksicht auf Sesselkratzer, umstürzende Lampen, Vasen oder mich durch mein Revier jagt. Sie hat Spaß. Lust. Und ich: Last. Lecke meine Wunden.

    Während Coco dann auch noch den Rücken meiner Bruna erklimmt. Die gute Miene zum bösen Spiel macht. Ihren Rücken krümmt. Damit die Fünf-Kilo-Katze, die erst sechs Monate alt ist, auf ihr sitzen kann. Die Last – eine Lust. Für meine Bruna. Und für Coco sowieso. Offenbar. 

    US-Präsident Trump hat extrem viel Lust. Im greisen Alter von 79 Jahren. Will er sein Ding durchziehen. Ohne Rücksicht. Und fällt dabei immer mehr Menschen immer stärker zur Last. Das Pikante: Obwohl Trump Last ist, lassen sich die meisten sein Handeln gefallen. Weil Trump kann. Weil er Macht hat. Und sie ausspielt. Brutal.

    Nun schafft er einen sogenannten Friedensrat. Eigentlich wollte er ein Gremium mit diesem Titel schaffen, um eine palästinensische Regierung im Gazastreifen zu kontrollieren. Nun denkt er offenbar um einiges größer.

    In einem Einladungsschreiben an ausgewählte Staatschefs schreibt Trump, Ziel der neuen internationalen Organisation – natürlich mit ihm an der Spitze – sei es, dauerhaften Frieden zu schaffen. Die, die Bock auf diesen Rat hätten, sollten eine Milliarde Dollar bezahlen – wenn sie länger als drei Jahre dabei sein wollten. Eine Milliarde! Von Gaza ist in dem Schreiben keine Rede. 

    Und ich denke so: Häh, ein internationales Gremium zur Sicherung des Friedens in der Welt gibt es doch – die Vereinten Nationen. Mit dem UN-Sicherheitsrat. Nun, dass Trump davon nicht viel hält, konnte schon des Öfteren beobachtet werden.

    Er hat da nichts zu bestimmen. Und kleinere Staaten werden auch gehört. Mag Trump nicht. Und ich kann seine Gedanken nachvollziehen: Lieber was Neues. Mit ihm als Big Boss. Weltbestimmer. Eben.

    Coco löst sich von mir. Hechelt wie ein Köter. Wird eben auch älter. Und ich sehe, wie sie mal wieder auf der Herdplatte Platz nimmt. Zum Aufwärmen. Und  zum Chillen. Sie ist so anders als Trump. Dessen Austick-Zeit die Norm ist – und dauerhaft anhält, nie zu stoppen scheint. Der im Alter nicht weiser, sondern wilder wird.

    Sagt der lustvolle Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Tickt aus. Tut gut. Und chillt danach, unbedingt, Leute. Tut noch guter. Oder so. Nach dem Austicken.