Tag: 5. Januar 2026

  • 5. Januar 2026

    Ohropax für alle und nackte Berliner Saunagespräche

    Lärm. Ist. Unerträglich. Für mich. Wenn Laura also mal wieder hysterisch ausrastet, nur weil ihre beiden Ohropax-Stöpsel nun mal wirklich wie Springmäuse funktionieren, wenn sie mit (m)einer Pfote durchs Bett gepeitscht werden, dann spüre ich Hitze in mir aufsteigen. Ich will das Gekeife von Laura nicht hören. Ich will spielen. Spielen. Spielen. Die Stöpsel sind nicht zu stoppen. Ich nicht, der Drang nicht. Laura nicht. Bis die Stöpsel unterm Bett liegen. Unerreichbar. Für Laura. Und mich. Scheinbar.

    Laura kennt ihn. Den uralten Menschenspruch: Der Ton macht die Musik. Den Spruch zitiert sie nämlich gerade – in Zusammenhang mit einer Sauna-Story ihrer Freundin Josephine – der Futtersklavin meines verehrten Katers Iby. Josephine also war jüngst in einer Berliner Dampfsauna – als sie die Tür öffnete, schallte ihr entgegen: „Tür zu, wird kalt.“ Als sie dann ihr Handtuch ausbreitete, meinte derselbe Typ, das sei unhygienisch.

    Josephine wollte nicht darauf eingehen, aber der Typ brabbelte weiter auf sie ein. Und irgendwann erwiderte Josephine: „“Halt doch einfach mal die Schnauze.“ Was den Gegenüber so empörte, dass er sich in voller Schönheit vor Josephine aufbaute und meinte, er wolle nur sachlich aufklären – und sich nicht beleidigen lassen. Immerhin, er habe dann die Sauna verlassen.

    Und ich denke so: Leben und leben lassen. Warum nur macht ihr es euch so schwer, ihr Menschenkinder? Und gebt mir – und ok, auch Cocolina – einfach genug Ohropax. Wat`n geiles Spielzeug. So geil, dass ich in meiner Euphorie mal so richtig ehrlich mache: Bei Ohropax hätte wohl auch ein anderer Ton Lauras nichts genutzt. Selbst wenn sie mich freundlich flötend in höchsten Frequenzen gebeten hätte, die Stöpsel freizugeben – so mit: „Mausi, hör doch mal bitte auf damit.“ Hätte ich weitergemacht. Weil ich Musik eh nicht mag, egal ob Heavy Metal oder Klassik.

    Aber in der Sache – es wäre eine Diskussion möglich gewesen. Really. He he. Denn ich bin doch vernunftbegabt. Und weiß: Laura braucht die Stöpsel. In der Nacht. Für ihre Ruhe. Wenn Coco und ich rasen. Und nicht stoppen können. In der Kurve. Vor der Schlafzimmertür. Und voll dagegen ballern. Aber: Kaufe sie, die Laura, doch einfach mehr der Stöpsel. Sind doch nicht teuer. 2,35 Euro das Zehnerpack, online. Und dann: Sind welche für alle da. Für sie. Für Coco. Für mich. Glück. So einfach.

    Ich höre den russischen Ex-Kremlchef Medwedew. Der auch einen krassen Ton drauf hat. Und ich denke so: Beängstigend, wenn sich das als neuer diplomatischer Standard durchsetzt. Nun, Medwedew sagt, er könne sich analog zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch die USA ähnliche Aktionen gegen andere Regierungschefs in der Welt vorstellen, beispielsweise die Entführung „des Neonazis Merz“. Es gebe sogar Gründe, den Bundeskanzler in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust.

    Und ich? Würde mir nun ob dieses Gesülzes gerne doch selbst Ohropax in meine Löffel schieben. Geht nicht. Passen nicht. Und so krieche ich unters Bett. Schieße die vermissten Stöpsel raus. Jage sie. Während Laura chillt. Und auch Coco sich entspannt hinlegt. Aber: Immer bereit zum Spiel. Sagt der wilde Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Hört. Und chillt, Leute.