Tag: 31. Dezember 2025

  • 31. Dezember 2025

    Toilettenstorys und Professorengedanken über unsere Spezies

    Wenn nicht einmal das ruhige Örtchen ruhig ist, dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem sich was ändern muss. Stelle ich fest. Und denke so: Jahreswechsel – die Zeit also, in der Vorsätze gefasst werden. Von Menschen. Die sie natürlich nie einhalten. Was sie dann nur umso mehr frustriert.

    Die Sinnlosigkeit also kennen sie. Und fassen alljährlich trotzdem Vorsätze. Warum? Frage ich mich so. In Gedanken versunken. Beim Versuch, in meiner Katertoilette, abzuführen. Mit der lauernden, kratzenden und miauenden Coco direkt in meinem Nacken. Quasi.

    Was total nervt. Und mich hemmt. Was ich ändern kann? Fauchen. Wird Coco nicht touchieren. Heimlich toilettieren gehen? Wird bei Coco nicht funktionieren. Cocos Verhalten spiegeln, indem ich sie bei ihrem Toilettengang imitiere? Wird ihr völlig wumpe sein. Was also tun? Fragt der Hauptstadtkater. Und hört erst mal Felix zu. Der die Jahresendmail seines Germanistik-Professors zum Besten gibt. Und ich staune. Über so viel Katerweisheit.

    Der Professore schreibt: „Im Nachbarhaus gegenüber sitzt häufiger eine Katze (vermutlich weiblich) und wartet, ob ich mein Schlafzimmerfenster öffne („von wegen die Frischluft“). Winke ich ihr freundlich zu, dann bewegt sie mit dem Schwanz die Gardine. Meine Enkelin sagt, das heißt `ich freue mich und bin Dir wohlgesonnen`. Bei Katzen weiß ich das nie.“

    Und ich denke so: Der Professore hat es auf den Punkt gebracht. Wir wirken. Aber der Mensch kann es nicht entschlüsseln. Denn wir sind unabhängig. Selbstbestimmt. Und Mensch kann never prognostizieren, was wir nun als Nächstes tun werden. Oder was wir fühlen. Deswegen seine Liebe, sein basses Erstaunen immer wieder. Über unsere Spezies. Und ich blicke zurück aus meiner Toilette. Und erwidere Cocos Blick. Standhaft.

    Das also meine unwesentlichen, nur allzu menschlichen Gedanken zum Jahresende. Bevor Felix weiterliest, aus den Gedanken seines Professores. Er wisse nicht so genau, ob es nun Katze, Kater*in oder Katzerin analog zu Soldatin heißen müsse, schreibt der Germanistik-Experte also weiter. Jedenfalls sei er eben kein Kater-Experte. Denn der Ruhrgebietsfritze in ihm habe keine Katze, auch keinen Hund gehabt. Nur ein Kaninchen, das er später essen sollte. Dem habe er sich aber verweigert.

    Und ich denke so: Krass, er hat unser Katzer-Gen intus. Man muss, man darf kein Liebhaber unsere Spezies sein, um zu verstehen. Uns – und die Absurdität der Welt…

    Und ich lasse Coco Coco sein. Akzeptiere die Situation. Schalte ab. Und lasse fließen. Das ruhige Örtchen ist ruhig. Und das Jahr ist over. Und ich: Entspanne. Mich. Chille. Zusammen. Mit meiner Cocolina. Sagt der silvestrige Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Ein tolles 2026. Feiert, feiert das Leben. Und vor allem: Chillt, Leute.