Insta for Cats und Social Media-Verbot in Down Under

Insta, Tiktok, Snapchat, Twitch, X und wie sie alle heißen. Ist mir alles komplett egal. Ich. Mag. Social. Media. Nicht. Was naturally nicht daran liegt, dass ich es nicht checke. Sondern, dass das eine echte Konkurrenz ist für mich. Wenn meine Bruna, Diego oder selbst die Alten Laura und Felix erst mal damit anfangen, auf den Bildschirm zu starren, kann ich noch so nah an ihnen vorbeistreifen. Noch so laut schnurren. Sie ignorieren mich.
Seit heute verbietet Australien Jugendlichen unter 16 Jahren, ein eigenes Konto auf den zehn großen Social Media-Plattformen zu besitzen. Und ich denke so: Krass, da verbieten alte Menschen Digital Natives ihr Medium. Aber klar, die Alten wollen ja nur das Beste – die Jungen schützen… Und ich denke an die Sessel, die meine Leute sorgfältig mit Tüchern abdecken. Damit Coco und ich unsere Krallen daran nicht schärfen. Gäbe bessere Möglichkeiten dafür. Behaupten sie. Sie wollen ja nur das Beste…


Nun, das Verbot in Australien ist ein weltweit einmaliges Experiment. Rund 440.000 Menschen unter 16 Jahren sollen dort allein auf den drei Plattformen Snapchat, Insta und Tiktok unterwegs sein. Ab heute müssen User ihr Alter dafür nachweisen. Verifiziert wird es durch Ausweis, Gesichtserkennung und den digitalen Spuren, die die Leute im Netz hinterlassen haben.
Der Aufschrei gegen das Verbot ist natürlich groß. Vor allem bei den Betroffenen. Die behaupten, über Social Media Freunde gefunden zu haben und Kontakte zu halten. Sich zu informieren. Heute telefoniere man nicht mehr, sondern halte über Insta und Co. Kontakt. Andere fühlen sich bevormundet, weil sie nun nicht mehr Plattformen mit Schminktipps bespielen dürfen. Und damit Tausende Follower verlieren.


Und die Alten, die Bestimmer? Die sagen, das Verbot müsse sein. Denn durch den ständigen Social Media Gebrauch verkümmere das Gehirn, man müsse Kindern bis 16 ermöglichen, emotionale Intelligenz, Empathie, Kommunikations- und Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln. Bevor das durch Social Media gestört werde. Und sie süchtig gemacht würden. Nur noch vor dem Bildschirm hingen, nicht altersgemäße Inhalte konsumierten oder cyber-gemobbt würden.
Kurz, eigentlich also ok, ein Verbot. Aber, mein „aber“: Lässt sich eine Entwicklung durch Verbote aufhalten? Frage ich mich so. Wäre es nicht besser, den Umgang damit zu erlernen. Sich Gefahren und Nutzen bewusst zu machen? Oder überfordere ich mal wieder den Menschen. Und seine „Vernunft“?

Ich räume ein: Ganz egal ist mir Insta nun doch nicht. Hab da ja einen großen Teil meiner Fan-Base: 27 Leute! Menschen! Die mir, einem Kater, followen. Stolz! Ich bin auf Insta, weil ich weiß, dass viele Leute nicht mehr von Papier lesen. Sondern alles digital sein muss, um wahrgenommen zu werden. Genug palavert.

Ich rase zum Sessel. Mit Coco. Vergnüge ich mich unter den Schutzdecken. Kratze, beiße. In die Polster. Macht besonders Spaß – weil: Verboten. Und dann: Chillen. Auf dem edlen Antik-Möbelstück. Unter mir liegt Coco. Oben ich. So muss es sein. Sagt der Insta-Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt schaltet Social Media ab. Schaut die Realität an. Und chillt, Leute.