Flyin‘ high und der Blick von 2017 auf 2025

Flyin‘ high. Über den Winterblues. Weil ich absolut keine Lust auf Trübsinn habe. Sehe ich mir die Welt mal aus einer anderen Perspektive an. Von oben. Von meinem Kratzbaum. Und: Aus der Vergangenheit. Ich zähle das Jahr 2017. Anfang Januar, wenige Wochen, bevor Donald Trump erstmals sein Amt des US-Präsidenten antrat. Und sehe: Krass, das Heute, aus dieser Sicht, das Heute ist so eine einzige Satire. Alles wirkt so übertrieben. Unrealistisch. Absurd. Mein Mund würde sich zu einem Lächeln verziehen, wenn er es könnte.
Mein Blick von oben aus der Vergangenheit ruht auf gestern: Da war mal wieder eine große Trump-Show. Dieses Mal mit dem Weltfußballverband Fifa. Da die Gruppen für die Fußball-WM im Sommer ausgelost wurden. Die unter anderem in den USA steigt. Und ich so: Cool, Ball mag ich. Fußball auch. Aber: Darum ging es gar nicht wirklich. Vielmehr steht da dieser alte Mann und lässt sich vom Fifa-Präsidenten feiern. So, dass selbst in mir so etwas wie Schamgefühl aufsteigt.
Denn Trump bekommt von diesem Fifa-Boss einen Preis, den sich dieser extra für Trump ausgedacht hat: Den ersten Fifa-Friedenspreis. Und Trump – freut sich wie ein Kind, wohl auch, weil er den so begehrten Friedensnobelpreis nicht bekommen hatte. Und hängt sich die Medaille selbst um. Was für ein schlechter Film. Denke ich so. Titel: Speichellecker und Machtmissbrauch.



Es geht weiter. Mein Blick von oben aus der Vergangenheit bleibt auf Trump geheftet. Und auf die aktualisierte Sicherheitsstrategie seines Landes. Die ist ein Turnround um 180 Grad, die Bösen werden die Guten, die Guten die Bösen. Nun, wie in einer Satire eben. Russland wird nicht mehr als direkte Bedrohung erwähnt – trotz Ukraine-Kriegs. Vielmehr müsse mit Russland eine «strategische Stabilität» hergestellt werden. Heißt es da.
Europa ist dagegen der Buhmann: Dort gebe es einen Verlust von Demokratie und Meinungsfreiheit. Zu Europas Problemen zählten die Unterdrückung der Opposition und die Einwanderungspolitik. Der wachsende Einfluss „patriotischer Parteien“ in Europa gebe aber Anlass für Optimismus. Und ich merke, selbst wenn ich in meinen Perspektiven verharre, fällt mir das Schlucken schwer. Ein Kloß. Doch nicht so lustig wie gedacht.


Es geht weiter. Mein Blick von oben aus der Vergangenheit richtet sich auf die EU. Die verhängte nun gegen Elon Musks Plattform X eine Strafe von 120 Millionen Euro – wegen mangelnder Transparenz. Kann man machen, denke ich so. Aber dann greift die US-Regierung ein: Die Strafe sei eine Attacke auf das amerikanische Volk, sagt Außenminister Rubio. Und Musk fordert die Abschaffung der EU. Ich reibe verwundert meine Augen. Wie unrealistisch: Seit wann wird das irrelvante Stammtischgeschwurbel von reichen Menschen so prominent promotet?
Aber doch: Eigentlich alles unterhaltsam und lustig, weil unfassbar – aus Sicht von Januar 2017. Aber es ist eben Dezember 2025. Und real. Was also tun? Gegen Frust? Ich spiele einfach mal Ball. Der ist mein Freund. Und: Heute ist Nikolaus. Nice, weil Schoko, Flaschen, Mandarinen und Kekse in stinkenden Schuhen auf dem Boden stehen. Und durch die Gegend gewirbelt werden können. Lernt auch gerade Coco.


Flyin‘ high eben doch. Ich bin zurück in der Gegenwart. Von den Höhen des Kratzbaums. Auf dem Boden. Gelandet. Sagt der gepushte Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Spielt Fußball. Nehmt Abstand. Wechselt die Perspektive. Fliegt davon. Vor allem aber: Chillt, Leute.