Der manipulierende manipulierte Hauptstadtkater

Manipulation, wohin ich blicke. Auch rund um mich. Natürlich hasse ich Wein. Ist mein Tod. Natürlich suche ich immer nach Leckerli. Sind mein Leben. Und lasse mich so manipulieren. Von Felix. Und – besonders bitter: von meiner Bruna.
Die legt ein Leckerli auf den Korken der Weinflasche. Um mich anzulocken. Ich lasse es zu. Weil Felix nette Fotos will. Mit mir und dem Gift. Soll er haben. Denke ich so. Hole mir das Leckerli. Und verschwinde schnell. Auf dass er das unwürdige Spiel häufig wiederhole. Mit Hilfe meiner Bruna.


US-Präsident Donald Trump versuchte die Menschen in seiner Geburtsstadt New York zu manipulieren. Nun, er ist gescheitert. Er wollte die Wähler in der größten US-Stadt davon abhalten, einen 34-jährigen Muslim namens Zohran Mamdani zum Bürgermeister zu wählen.
Indem er drohte, ansonsten würden die Staatszahlungen an New York gestrichen. Denn Mamdani sei ein gefährlicher Kommunist – wütete der US-Präsident. Es nutzte nichts. Mamdani, der sich selbst als demokratischen Sozialisten bezeichnet, gewann die Wahl mit großem Vorsprung.
Der Mann, der in Uganda geboren wurde und indische Wurzeln hat, wurde erst 2018 US-Staatsbürger. Mamdani versprach im Wahlkampf Mietendeckel und kostenlose Busse. Und punktete so. Wird nun mehr und mehr zum Feindbild Trumps. Allerdings nicht unbedingt zum Hoffnungsträger seiner eigenen Partei. Den Demokraten, von denen viele seine Israel-Kritik ablehnen und seinen Kurs für zu links halten. Aber ich sehe: Trump ist die Manipulation nicht gelungen. Nice.


Von Manipulation berichtet auch die 16-jährige Tochter Nele von Felixens Freund Ian. Sie ist empört über ihren Mathelehrer, einem vor vier Jahren von der Uni gekommenen Dozenten und Quereinsteiger, der nun am Gymnasium in einem Mathe-Grundkurs Klausuren schreiben lässt, die Uni-Niveau hätten. Sagt Nele. Fast alle Schüler aus der Klasse hätten keine Chance, bei der Klausur auf fünf Punkte zu kommen, moniert sie.
Und schimpft: „Der manipuliert uns total. Will, dass wir nur noch Mathe leben. Sagt, wir sollten unsere Hobbys aufgeben und auch der Oma absagen, wenn sie zum Kaffee einlädt. Um uns in dieser Zeit mit Mathe zu beschäftigen.“ Viele Mitschülerinnen weinten, seien völlig fertig. Und Ian meint, das Problem mit dem Lehrer sei seit Beginn bekannt. Allein, es gebe keine Lösung. Weil es keine Mathelehrer gebe.



Ich spiele das unwürdige Spiel mit meiner Bruna weiter mit. Weil ich Hunger habe. Lasse ich mich manipulieren. Tue so, als ob ich am Weinglas nippe. Und sahne Leckerli um Leckerli ab. Sehe, dass Coco das Spiel nicht rafft. Und drehe den Spieß um.
Manipuliere meine Leute. Die mir immer mehr Leckerli geben. Weil sie denken, dass ich ansonsten nicht hinter dem Weinglas posieren würde. Dessen Duft ich nun doch goutiere. Ich schwebe. Euphoria. Aber das müssen sie ja nicht wissen. Sagt der manipulierte manipulierende Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Und jetzt: Chillt, Leute.