Tag: 9. Oktober 2025

  • 9. Oktober 2025

    Legendäre Unabhängigkeit und große Hoffnungen

    Klar, Kater können kuscheln. Ok, Katzen auch. Aber sind sie auch zur echten Zuneigung fähig? Fragen manche Menschen – und verweisen dann auf unsere legendäre Unabhängigkeit. Dass wir Zuneigung nur demjenigen schenkten, der gutes Futter gäbe. Es uns also egal wäre, wer das nun sei.

    Und ich konstatiere, cool: An der Aussage ist was dran. Aber! Das große Aber! Natürlich können wir – obwohl total unabhängig – Zuneigung zeigen: Zu unseren Artgenossen. Und so liegen Coco und ich da. Umarmen uns. Spüren den Herzschlag des anderen. Entspannen uns. Chillen. Denn heute: Ist. Auch sonst so. Ein. Guter. Tag.

    Für die Welt. Es gibt Hoffnung, so groß wie nie zuvor, dass der Gaza-Krieg bald beendet sein könnte. Really. Im ägyptischen Urlaubsort Scharm el Scheich haben Vertreter Israels und der islamistischen Terrororganisation Hamas in ihren Friedensverhandlungen tatsächlich einen Durchbruch geschafft.

    Vereinbart, dass alle 20 noch lebenden Geiseln sowie die 28 Leichen der gestorbenen Geiseln Israel übergeben werden – im Austausch für rund 2.000 palästinensische Häftlinge. Die israelische Armee soll sich – noch weit im Gazastreifen – auf eine bestimmte Linie zurückziehen. Und eine Waffenruhe soll dann kurz nach Zustimmung der israelischen Regierung zu dem Abkommen in Kraft treten.

    Die Menschen jubeln, Israelis wie Palästinenser. Natürlich auch Politiker in der Welt. Allen voran US-Präsident Trump. Der sich als großer Friedensstifter geriert – einen Tag vor Vergabe des Friedensnobelpreises. Ich lecke Coco. Am Ohr. Und sie schnurrt. Geht doch. Denke ich so. Kurz bevor sie aufspringt. Und wir übereinander purzeln. Quod erat demonstrandum (Was beweist): Nie zu früh freuen.

    Ist natürlich auch auf Mensch übertragbar: Die Hoffnungen auf ein Ende des Kriegs waren schon früher da – und wurden zerstört. Allerdings: Dieses Mal sagt sogar die Hamas selbst, sie gehe davon aus, dass der Krieg nun vorbei sei. Das hatten die Terroristen zuvor nie verlauten lassen.

    Und dann heißt es, nach dem Krieg Wunden zu heilen. Die eigentlich nicht zu heilen sind. Selbst Kater haben mit dem Verheilen-lassen so ihre Probleme.  Weil sie tatsächlich extrem verletzlich sind. Sensibel. Ich höre von der coolen Aktion von Iby – das ist jener Kater von Lauras Freundin Josephine, der krasse fünf Tage allein gelassen wurde.

    Seine Lieben brachten ihm einen Kürbis mit, vor dem er sich erst mal erschrak. Und ich denke so: Was für eine Idee. Dann kam die Nacht. Seine Zeit. Er habe seine Leute die ganze Zeit wachgehalten – Füße knabbern, Betten springen, Türkratzen… Das ganze Programm. Höre ich.

    Und denke so: Ja, wir zeigen Zuneigung. Auch zu euch Menschen. Anders eben. Aber wir zeigen es. Ihr versteht es nur nicht. Aber irgendwie müsste ihr es doch merken. Dass wir euch vermissen. Sogar lieben. Warum auch immer. So: Genug gesülzt. Ich kuschle mich wieder an Coco. Sie ist entspannt. Ich auch. Ein. Großer. Tag. Historisch. Vielleicht. Sagt der Hauptstadtkater. Der über euch wacht. Chillt.