Tag: 18. September 2025

  • 18. September 2025

    Framing, Toben und Zensur in den USA

    Wenn ich geframt werde und Felix immer wieder fälschlicher Weise behauptet, ich würde mich wegen Cocos Ankunft in meinem Revier wie ein beleidigter Kater tumb zurückziehen, würde ich ihm am liebsten eine mit der Pfote patschen. Mit ausgezogenen Krallen. Um ihn mundtot zu machen. Weil das Quatsch ist. Und er mir ein Image verpasst, das ich nicht mag. Und das nicht stimmt. Ich bin weder stoffelig noch beleidigt, eifersüchtig oder gar ein Sensibelchen. Sondern einfach nur vorsichtig. Weise eben. Und weiter extrem aktiv. Kommunikativ. Verspielt. Really.

    Und ich wundere mich mal wieder, wie wenig Mensch zur Selbstreflektion fähig ist. Sie selbst – meine Leute – stellten sich noch vor wenigen Wochen sowas von an. Und weinten, weil ihre Intimsphäre weg sei. Als der 17-jährige ukrainische Flüchtlingsjunge Denis bei uns wohnte. Nur für sieben Monate. Bis Mai. Und sie so – jammernd: „Ach, das halten wir nicht aus.“ Während in seiner Heimat die Raketen einschlagen. Nun, ich dagegen bin offen. Zu Coco. Lasse mich provozieren. Von ihr. Zum Spiel. Toben. Ist. Nice. Really.

    Ja, Framing –  also durch gezielte Wortwahl die Wahrnehmung anderer zu „rahmen“ und zu beeinflussen – ist so eine Sache. Diktatoren machen das, um ihre Sicht der Dinge durchzusetzen. US-Präsident Trump macht das. Was sein Recht ist. Aber er versucht nun, auch die Medien so hinzukriegen. Dass sie nach seinem Gusto berichten. Wie er das macht? Indem er alle Medien und Journalisten, die ihn kritisieren, als linksradikal brandmarkt. Und dann versucht, sie zu bestrafen.

    Ein paar Beispiele: Bereits im Februar verwehrte er der renommierten US-Nachrichtenagentur Associated Press den Zutritt zu Pressekonferenzen ins Weiße Haus. Weil die sich geweigert hatte, den Golf von Mexiko fortan – wie von ihm befohlen – Golf von Amerika zu nennen. Really. Auch andere Medienvertreter flogen aus dem Regierungssitz, dafür erhielten rechtsgerichtete Vertreter von Onlineportalen Zutritt. Öffentlichen Rundfunksendern strich Trump bereits zugesagtes Geld.

    Vor wenigen Tagen verklagte Trump die US-Flaggschiffzeitung „New York Times“ auf 15 Milliarden Dollar Schadenersatz, weil diese ihn vor der Wahl 2024 unfair behandelt habe. Really. Unfair. Sagt Trump. Und klingt damit wieder mal wie ein Kind auf dem Spielplatz. Das einem anderen heulend vorwirft: „Du bist so unfair. Hast meinen Bagger weggenommen.“

    Nun setzt der Sender ABC – unter Druck von Regierungsbehörden – vorläufig die beliebte Late-Night-Show mit Starmoderator Jimmy Kimmel ab. Der hatte zuletzt Trumps Make-America-Great-Again-Bewegung in Zusammenhang mit dem Attentat auf Trump-Unterstützer Charlie Kirk kritisiert. „Tolle Neuigkeiten für Amerika“, jubelt Trump auf seiner Plattform Truth Social. Und fordert, weitere Shows ihm unliebsamer Moderatoren abzusetzen.

    Weniger tolle Nachrichten sind das für die Meinungsfreiheit. Denke ich so: Zensur in den USA. Würde ich nicht dulden. Und zeige es allen. Tobe krass mit Coco rum. Spüre ihre Pfote in meinem Face. Ach Baby, denke ich so. Und dann stehe ich über ihr. Lege die Pfote auf sie. Strike. Alles ruhig. Und Sieg.